Sprachreise,
Caracas, Venezuela
von Christoph Daus (Deutschland)

Sprachreise nach Caracas mit Pivian Exchange vom 3. Sept. bis
7. Okt. 2006
Die Reise war eine tolle Sache, eine wirklich gute Entscheidung
Spanisch auch einmal in Südamerika zu lernen und dabei
ein völlig neues Land und einen neuen Kontinent kennen
zu lernen.
Vor allem das Land Venezuela kann ich jedem sehr empfehlen.
Es ist wirklich ein Land, das noch nicht gänzlich vom
Tourismus geprägt ist, und so hat man die Gelegenheit
Kultur, Landschaft und Leute wirklich kennen zu lernen. Und
die Landschaften, die das Land zu bieten hat, sind wirklich
schön. Fährt man aus Caracas heraus, bekommt man
sofort den Eindruck im Grünen zu sein. Die Berge, die
sich im Norden parallel zur Küste erstrecken, sind ohnehin
faszinierend: der Nationalpark „El Ávila“.
Fährt man weiter in westlicher Richtung, an Kakaoplantagen
vorbei, findet man nahe des Meeres dichtbewachsene Wälder
und hat den Eindruck im Urwald zu sein, um dann am Meer die
volle Schönheit der Karibik zu genießen.
Mit der Organisation war ich sehr zufrieden. Vor allem,
dass ich am Flughafen abgeholt wurde, war sehr angenehm und
erleichterte den Start in dem mir völlig neuen Land.
Davon abgesehen, dass dort zu der Zeit ca. 33 Grad im Schatten
herrschten, befand man sich auch sonst mit einem Schlag in
einer völlig anderen Atmosphäre, und schon allein
das ist eine Reise wert.
Die Familie, die für mich ausgesucht worden war, war
wirklich nett und trug ebenfalls dazu bei, dass ich eine
gute Zeit verbringen konnte und stand auch stets mit Rat
und Tat zur Seite.
Am zweiten Tag ging es morgens gleich zur Sprachschule.
Auch hier war der Empfang nett. Kleine Gruppen bei vielen
Kurs-Niveaus ermöglichten effektiven und guten Unterricht.
Die Sprachschule muß sich wirklich nicht verstecken.
Von hoch oben aus dem 19. Stock konnte man auf die Plaza
Venezuela mit ihrem geschäftigen Treiben blicken. An
einigen Nachmittagen wurden Exkursionen angeboten.
Und in der 6-Millionen-Metropole Caracas geht es heiß her.
Die Leute sind sehr auto-vernarrt und dementsprechend voll
sind die größeren Straßen. Es gibt unzählige
Straßenhändler, vom kleinen Stand zum Telefonieren über
Stände mit Filmen oder CDs bis zum Hamburger- oder Arepa-Verkäufer.
Ist man auf der Suche nach noch mehr oder möchte man
flanieren oder hält nach etwas Besonderem Ausschau,
geht man auf die Sabana Grande, die große Flaniermeile. Über
die Länge von 2 Metrostationen erstreckt sich eine Straße
mit Geschäften, deren Mitte ebenfalls komplett mit Läden
und Ständen besetzt ist. Doch ein echter Venezolaner
scheut sich nicht, durch dieses Gedränge mit dem Mofa
zu fahren...
Empfehlenswert ist auch der Park del Este, der sich über
ein riesiges Gebiet erstreckt, und da man zusätzlich,
wie überall in Caracas, die gigantischen Berge vor sich
sieht, fühlt man sich hier wie in der Natur und kann
mal von der Großstadt abschalten. Und man bekommt viele
Tiere, u.a. Jaguare, Kaimane und viele Papageienarten zu
sehen.
Auch sollte man unbedingt einmal den Ávila besteigen,
wo man trotz regen Publikums abseits der Wege wunderschöne,
unberührte Natur vorfindet. Es gibt zahlreiche Kaskaden,
in deren kleinen Becken man umgeben vom malerischen Wald
baden kann, und der Ausblick von ganz oben lohnt ohnehin.
Der erste Wochenendausflug führte uns nach Santa Clara
de Choroní westlich von Caracas. Schon allein die
Busfahrt mit einem der typischen alten, bunten Busse, in
denen stets Musik läuft, war ein Erlebnis – natürlich
begleitet von schönen Landschaften und einigen Städten.
Wir fanden ein sehr pittoreskes Städtchen vor, dessen
Karibikstrände traumhaft schön sind. Hier konnte
man es sich wirklich gut gehen lassen. Man darf auch erwähnen,
dass Unterkunft und Essen und Trinken in Venezuela recht
preisgünstig sind, wenn man nicht zu hohe Ansprüche
hat.
Des weiteren besuchten wir noch die Stadt Puerto La Cruz
(östlich gelegen in der Nähe der Stadt Barcelona).
Auch hier gibt es wunderschöne Strände, die alle
auf ihre Art anders sind. Und ebenso wie in Choroní treffen
sich an der Strandpromenade jeden Abend die Leute, um gemeinsam
den Abend zu verbringen, und es gibt zahlreiche Künstler,
es werden Schmuck und andere einheimische Produkte angeboten
oder es wird einfach nur gefeiert. Es gefiel uns jedenfalls
so gut, dass wir hierhin noch einmal fuhren. Als letzten
Ausflug besuchten wir noch die Stadt Ciudad Bolívar,
die an dem beeindruckenden Fluß Orinoco liegt und wo
der in Südamerika als Held verehrte Simon Bolívar
einige Zeit lebte. Die Altstadt ist besonders schön,
mit ihren Straßenhängen und bunten Häusern
und natürlich dem Fluß.
Da ich ja nur einige Wochen zur Verfügung hatte und
natürlich auch den Sprachkurs besuchen wollte, konnte
ich leider viele der sehenswerten Orte von Venezuela nicht
besuchen, wie z.B. die Gran Sabana (Savanne), die Sanddünen
bei Coro, die Wasserbüffel auf der Península
Paria, den berühmten 1000m hohen Wasserfall Salto Angel
oder eine der schönen Inseln des Landes. Aber ich war
und bin rundum zufrieden mit dem, was ich alles sehen konnte.
Ich hatte eine tolle Reise, die beste Zeit meines Lebens,
insgesamt ein wunderschönes Erlebnis, das mir immer
bleiben wird und das zu wiederholen sich lohnt.
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