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Arbeitsrechte für Hausangestellte

Uruguay | 03.09.2006

(Montevideo, 4. September 2006, sem-poonal).- 90.000 Hausangestellte in Uruguay stehen kurz davor, endlich in den Genuss grundlegender Arbeitsrechte zu gelangen. Im Juli, stimmten die uruguayischen Abgeordneten einstimmig einem Gesetzesentwurf zur Verbesserung der arbeitsrechtlichen Situation der Hausangestellten zu, der nun mit großer Wahrscheinlichkeit auch vom Senat angenommen wird. Das Projekt geht auf eine Regierungsinitiative zurück, deren Ausarbeitung unter Beteiligung verschiedener Behörden, der Handelskammern sowie der Arbeitergewerkschaft PIT-CNT erfolgte. Die Gewerkschaft der Hausarbeiterinnen gehört zur PIT-CNT.

Der Gesetzesentwurf sieht jetzt auch für die Hausarbeiterinnen die Anerkennung von Rechten vor, die von Arbeitern bereits vor mehr als einem Jahrhundert erkämpft worden waren. Hierzu zählen der 8-Stunden Arbeitstag, mit einer halbstündigen Pause für diejenigen, die nicht an ihrem Arbeitsplatz nächtigen und zwei Stunden für diejenigen, die im Haus ihrer Arbeitgeber auch übernachten. Außerdem sieht das Gesetz eine 36stündige Arbeitsunterbrechung am Wochenende vor, die den Sonntag einbezieht bzw. die Nacht vom Samstag auf Sonntag, für diejenigen, die auch an ihrem Arbeitsplatz wohnen.

Weiterer Bestandteil des Gesetzes ist die Integration der Berufsgruppe der Hausangestellten in die Tarifverträge. Derzeit wird der Lohn der Hausangestellten noch per Gesetzesverordnung festgesetzt. „Wir aber wollen, dass dieser in den Tarifverhandlungen ausgehandelt wird", sagt Cristina Ortero, Gewerkschaftsvertreterin der Hausangestellten, der PIT-CNT. In Uruguay sind nur etwa 400 Hausangestellte der geschätzten 90.000 Beschäftigten gewerkschaftlich organisiert. „Es ist eine schwer organisierbare Berufsgruppe, viele der Betroffenen haben Angst ihre Arbeit zu verlieren, wenn ihre Dienstleute erfahren, dass sie in der Gewerkschaft sind“, erklärt Otero.

Die neue Gesetzesverordnung sieht einen Mindestlohn für Hausangestellte von 3.000 Pesos im Monat (127 US-Dollar), bzw. 15 Pesos die Stunde (0,6 Cent) vor, wobei für die ländlichen Gebiete andere Regelungen gelten. Wenn die Hausangestellte jedoch Unterkunft und Essen erhält, kann der Lohn um 20 Prozent gesenkt werden. Die Initiative sieht ebenfalls Entschädigungszahlungen bei Entlassungen vor, welche sowohl für Tagelöhnerinnen als auch für Festangestellte gelten, sofern diese mehr als 90 Tage im selben Haushalt beschäftigt waren. Es bestehen Sonderregelungen für Härtefälle, wie bei Entlassungen bei Krankheit oder während dem gesetzlich festgelegten Mutterschutz.

Von allen Veränderungen ist der Beitritt zur Arbeitslosenversicherung der bedeutendste für die Berufsgruppe. Gleichwohl halten einige Beobachter eine weitere Anpassung an die gegebenen Arbeitsverhältnisse für notwendig, damit die Veränderungen tatsächlich allen Mitgliedern der Berufsgruppe zu Gute kommen. Die entsprechenden Gesetzesartikel sehen vor, dass die Arbeitslosenunterstützung denjenigen zusteht, die zumindest an 180 Tagen des vergangenen Jahres beschäftigt waren. Diese Bedingung erfüllen diejenigen, die im Hause ihrer Arbeitgeber auch wohnen, Teilzeitarbeiterinnen, die nur tageweise beschäftigt sind, erfüllen die Auflagen jedoch nicht.

Die Integration in das bestehende Gesundheitssystem strebt die Regierung bereits seit dem Jahr 2005 an, als sie mit einer Kampagne die Arbeitgeber dazu aufrief ihre Hausangestellten zu melden. In dem vom vom Amt für Statistik und dem Institut für Frauenrechte herausgegebenen Gleichstellungsbericht 2001-2004 wird darauf hingewiesen, dass neun von zehn Angestellten schwarz beschäftigt werden und sich somit außerhalb des Systems der Gesundheits- und Altersvorsorge bewegen.

„Es ist ein Fortschritt, aber wir haben noch immer nicht die gleichen Rechte wie andere Arbeiter, wie z. B. das Streikrecht, und wir haben auch noch andere Forderungen bezüglich der Arbeitsbedingungen: Es ist unglaublich, dass den Kolleginnen zur Reinigung der Toiletten keine Handschuhe zur Verfügung gestellt werden“, sagt die Gewerkschafterin Cristina Otero.

« Probleme bei der Verstaatlichung Programm zur Entwaffnung geplant »

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