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Rassistische Hacker-Angriffe

Brasilien | 12.09.2006

(Fortaleza, 13. September 2006, adital-poonal).- Die afrobrasilianische Nachrichtenagentur Afropress hat ffentlich gemacht, dass sie zur Zielscheibe rassistischer Hacker geworden sei, die immer wieder ihre Internetseite lahmlegten. Seit dem 7. September ist die Seite der Agentur (www.afropress.com) nach einem Hacker-Angriff erneut nicht mehr verfgbar. Durch die Hufigkeit der Angriffe wird die kontinuierliche Arbeit von Afropress erheblich behindert.

Schon seit dem letztem Jahr ist die Agentur Zielscheibe fr Angriffe von Rassisten und Neonazis, die das Internet zur Verbreitung von Rassenhass und Intoleranz benutzen. Mittels Webseiten und elektronischen Botschaften predigen diese Gruppen die Vernichtung und den Mord vor allem an Schwarzen und Juden.

Afropress ist die einzige Nachrichtenagentur Brasiliens mit einer schwerpunktmigen Berichterstattung ber ethnische Minderheiten. Zum Ziel fr regelmige Angriffe wurde sie, nachdem sie den Namen des ersten wegen Verbreitung von Rassenhass im Internet Angeklagten Marcelo Valle Silveira Mello verffentlicht hatte. Gegen den Studenten liegt eine Anzeige der brasilianischen Generalstaatsanwaltschaft vor. Ihm drohen fr jedes einzelne Vergehen Haftstrafen von zwei bis fnf Jahren. Bei einer Vernehmung im August gab er zu, dass seine Freunde Afropress weiterhin angreifen, um ihm eine Freude zu machen.

Nach Ansicht des Herausgebers von Afropress Dojival Vieira bedeuten die Angriffe rassistischer Gruppen auf die Agentur die Verletzung von zumindest drei in der brasilianischen Verfassung festgeschriebenen Grundrechten: dem Recht auf Meinungsfreiheit, dem Recht auf Pressefreiheit und dem Recht auf Arbeit.

Neben den Angriffen auf die Webseite wurden MitarbeiterInnen der Agentur krperlich angegriffen und weitere Persnlichkeitsrechte verletzt. Die Angriffe wurden bereits dem Sonderstaatssekretariat fr Menschenrechte des Prsidialamts, der Menschenrechts- und Minderheitenkommission des Abgeordnetenhauses und der Ministerin Matilde Ribeiro, die dem Sonderministerium zur Frderung ethnischer Gleichheit (Seppir) vorsteht, angezeigt. Die JournalistInnen von Afropress kritisieren die Unttigkeit der Behrden. Noch immer warte man auf Ergebnisse bei den laufenden Ermittlungen, die von der Bundespolizei und der fr rassistische Straftaten zustndige Abteilung des Innenministeriums durchgefhrt werden. So wrden die Tter nur zu noch dreisterem Vorgehen ermutigt.

« Evo Morales verurteilt Komplott der USA gegen seine Regierung Finanzierung einer Studie ber Kernenergie kritisiert »

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