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UN-Arbeitsgruppe untersucht Einsatz von Söldnern

Lateinamerika | 19.09.2006

(Lima, 20. September 2006, na).- Immer mehr Lateinamerikaner würden von privaten Sicherheitsunternehmen als Söldner angestellt und zum Kampf in die Konfliktregionen anderer Kontinente entsendet, kritisiert die UN-Arbeitsgruppe, die den Einsatz von Söldnern untersucht. Nach ihrem Besuch in Honduras und Ecuador erklärte sie, dass man in Lateinamerika festgestellt habe, dass „die Anzahl an Bürgern steigt, die von Tochterunternehmen multinationaler Unternehmen angestellt werden, die als juristische Person in einem Land registriert sind und Dienstleistungen in Drittländern bereitstellen“.

Private Militär- und Sicherheitsunternehmen haben Hunderte von Söldnern in Chile, Ecuador, Honduras, Kolumbien und Peru angestellt und sie in den Irak geschickt, der von US-Truppen und seinen Alliierten militärisch besetzt ist. Man schätzt, dass es im Irak 25.000 Söldner gibt. Sie stellen die zweite Besatzungskraft nach den US-Truppen dar, noch vor den britischen Soldaten. Nach Angaben des Government Accountability Office, ein Untersuchungsorgans des US-Kongresses ,sind seit 2003 Verträge mit privaten Sicherheitsunternehmen im Wert von 766 Millionen US-Dollar abgeschossen worden.

Amanda Benavides aus Kolumbien und José Luis Gómez del Prado aus Spanien, zwei der fünf Experten der Arbeitsgruppe, die im Jahr 2005 von der UN-Menschenrechtskommission geschaffen wurde, begannen am 21. August ihren fünftägigen Besuch in Honduras. Sie besuchten zwischen dem 28. August und dem 1. September Ecuador und werden danach ihre Arbeit in Chile und Peru fortsetzen.

Die Sicherheitsunternehmen rekrutieren hauptsächlich ehemalige Militärs und Polizisten. Sie versprechen ihnen ein gutes Einkommen, Versicherungen und Arbeitsgarantien, die in vielen Fälle nicht erfüllt werden. Viele der Söldner kommen verletzt zurück, andere kehren nie zurück. Seit Beginn des Irakkriegs im März 2003 sind 428 Söldner aus verschiedenen Regionen der Welt gestorben und weitere 4.000 wurden verletzt.

Benavides erklärte, dass für die Sicherheitsunternehmen drei Faktoren in den jeweiligen Ländern für die Rekrutierung wesentlich seien: Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung (die Leute werden mit den angebotenen Löhnen angelockt, obwohl sie wissen, dass sie in unsichere Gebiete mit hohem Risikofaktor gehen), der Migrationswunsch der Bevölkerung und die Schwäche der nationalen Gesetzgebung, die die Rekrutierung erleichtern.

Laut Angaben der UN-Mitarbeiter brachen zwischen August und Oktober 2005 aus Honduras 218 Honduraner, 105 Chilenen und 18 Nicaraguaner in den Irak auf und wurden dort als „Sicherheitspersonal“ eingesetzt. Im April kamen einige Honduraner zurück. Sie klagten über schlechte Behandlung und eine Änderung ihrer Tätigkeit. Momentan seien 60 Honduraner im Mittleren Osten. Das US-amerikanische Rekrutierungsunternehmen „Your Solution“ sei seinen Vertragsbedingungen hinsichtlich Bezahlung, Versicherung und ärztlicher Versorgung nicht nachgekommen. Die Honduraner, die ursprünglich als Sicherheitspersonal für Anlagen und Konvois mit humanitärer Hilfe angestellt wurden, endeten als Kriegskämpfer und setzten großkalibrige Maschinengewehre ein.

Nach Gesprächen mit Regierungsstellen erklärte die Arbeitsgruppe, dass der honduranische Staat wegen unterlassener Hilfestellung bei Problemen seiner Staatsbürger im Irak verantwortlich zu machen sei. Die UN-Mitarbeiter erfuhren zudem, dass die 105 rekrutierten Chilenen, die als Söldner im Irak tätig sind, eine militärische Ausbildung in Honduras erhielten.

In Ecuador wurde im August 2005 bekannt, dass das Sicherheitsunternehmen EPI & Security, das von dem US-Amerikaner Jeffrey Shippy geleitet wird und nicht im Handelsregister eingetragen ist, Ecuadorianer und Kolumbianer für Auslandseinsätze mittels Zeitungsanzeigen angestellt hatte. Nachdem die Behörden auf den Fall aufmerksam wurden, floh ein ehemaliger Feuerwehrmann, der bei der US-amerikanischen Firma DynCorp auf dem Militärstützpunkt angestellt war. Die Richter konnten bis jetzt keinen Fortschritt in der Klärung des Falles vorweisen. Die UN-Arbeitsgruppe empfahl Ecuador sich der Internationalen Konvention gegen Rekrutierung, Einsatz, Finanzierung und Ausbildung von Söldnern aus dem Jahr 1989 anzuschließen und die Untersuchungen weiter zu verfolgen.

Entsprechend ihres Mandats soll die Arbeitsgruppe neue gesetzliche Richtlinien entwickeln, damit „die Rechtslücke bekannt wird, in der sich militärischen Sicherheitsfirmen und multinationalen Unternehmen, die im Bereich Sicherheit operieren, bewegen. Die Grauzone, in der diese Unternehmen agieren, muss beseitigt werden”, erklärte Benavides.

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