Papagayo Camale�n  
Pivian exchange Mendoza Spanisch Sprachreise, Spanischkurs und Spanischschule
    Spanischkurse     Portugiesischkurse     Quechuakurse     Praktika     Freiwilligenarbeit     Reiseservice     Community     Über Uns Dienstag, der 23. Januar 2018  
Lateinamerika Nachrichten
Südamerika Nachrichten
Mittelamerika Nachrichten
Karibik Nachrichten
Seite merken
Garantien für deine Reise

Lage im Bundesstaat Oaxaca spitzt sich zu

Mexiko | 08.10.2006

(Mexiko-Stadt, 9. Oktober 2006, poonal).- Im Bundesstaat Oaxaca droht eine weitere Eskalation der Gewalt. Brennende Autoreifen, Barrikaden, Zeltlager und ausgebrannte Autos prgen das Straenbild der gleichnamigen Landeshauptstadt, seit streikende Lehrer und Mitglieder linker Basisorganisationen den Touristenort besetzt haben. Nun bereiten sich Sicherheitskrfte auf einen Einsatz gegen die Aktivisten vor. In den letzten Wochen wurden etwa 5000 Beamte der Bundespolizei zusammengezogen, um den Protestaktionen ein Ende zu setzen. Bereits seit lngerem stehen militrische Truppen in Bereitschaft, Armee-Hubschrauber berfliegen die Stadt. Mexikos Prsident Vicente Fox erklrte dennoch, der Konflikt msse friedlich gelst werden.

In den letzten Tagen hatte es immer wieder Versuche gegeben, die Situation durch Gesprche zwischen der Bundesregierung und Vertretern der Bewegung zu deeskalieren. Die Regierung hatte ein Paket zur Diskussion gestellt, in dem hhere Lhne fr die Lehrer, nderungen im Schulsystem und sogar eine Verfassungsreform vorgesehen waren. Die Aktivisten fordern jedoch die Absetzung des Gouverneurs des Bundesstaats Ulises Ruiz. Sie sind deshalb zurckhaltend und lehnten die Gesprchsangebote zunchst ab. Zudem wollten sie nicht auf die Forderung der Regierung Fox eingehen, die Kontrolle der Landeshauptstadt Oaxaca den Krften der Bundespolizei zu bergeben. Erst am Montag (9. Oktober) trafen sie sich wieder mit Vertretern der Regierung, um ber das weitere Vorgehen zu beraten. Am gleichen Tag erreichten mehrere tausend Demonstranten Mexiko-Stadt. Sie hatten sich vor zwei Wochen aus Oaxaca auf den Weg gemacht, um ihrer Forderung nach Absetzung des Gouverneurs Ruiz Nachdruck zu verleihen.

Schon seit dem 22. Mai befinden sich in dem sdstlichen Bundesstaat etwa 70.000 Lehrer im Streik. Doch was als Arbeitskampf um hhere Lhne und bessere Lehrbedingungen begann, ist mittlerweile zu einem Volksaufstand geworden. Nach dem Polizeieinheiten des Bundesstaates am 14. Juni gewaltsam gegen die Streikenden vorgegangen waren, haben sich zunehmend andere gesellschaftliche Gruppen den Pdagogen angeschlossen: indigene Organisationen, linke Parteien, Studenten. Organisiert in der Versammlung der Bevlkerung Oaxacas (APPO) kontrollieren sie das Zentrum der Landeshauptstadt. Die Aktivisten besetzten Radio- und Fernsehstationen, blockieren Straen und machen mit Protestcamps auf ihre Forderungen aufmerksam. Zahlreiche Regierungsgebude sind durch Blockaden faktisch geschlossen, in Wandparolen empfiehlt die APPO Urlaubern, die in die traditionelle Zapotekenstadt kommen: Touristen, haut ab!

Die Stimmung ist angespannt: Mindestens drei APPO-Mitglieder starben durch gewaltsame Angriffe, ein der APPO nahe stehender Student wurde entfuehrt, mehrmals fielen Schsse gegen Demonstranten. Die von 350 Gruppen getragene APPO geht davon aus, dass hinter den Aggressionen von der Regierung Ruiz gedeckte paramilitrische Gruppen stecken. Ebenso wertet das Bndnis vier Bombenanschlge auf Banken und eine VW-Vertretung, die vergangene Woche vermeintlich von einer Guerillagruppe verbt wurden. Diese terroristischen Akte sollen die Intervention der Bundessicherheitskrfte rechtfertigen, reagierte die APPO. Auch Menschenrechtler erheben schwere Vorwrfe gegen Ruiz. Gefangene seien misshandelt und APPO-Sprecher mit dem Tode bedroht worden, heit es in einem Bericht internationaler und mexikanischer Menschenrechtsorganisationen. Zudem kritisierten die Menschenrechtler die massive Prsenz des Militrs.

Ruiz forderte die Bundesregierung dazu auf, mit Sicherheitskrften einzugreifen. Die Bewegungsfreiheit der Brger muss gewhrleistet werden erklrte der Politiker der Institutionalisierten Revolution (PRI). Auch der Sprecher des Innenministeriums in Mexiko-Stadt Arturo Chvez schloss gewaltsame Manahmen nicht aus. Der Einsatz der Sicherheitskrfte ist das letzte Mittel der Politik, sagte er. Prsident Fox von der Partei der Nationalen Aktion (PAN) versprach, dass das Problem erledigt sei, bis er am 1. Dezember sein Amt dem Nachfolger Felipe Caldern (PAN) bergeben werde. Von dem Ausstand sind ber eine Million Kinder betroffen, zudem verzeichnen Tourismusunternehmen schwere Einbuen. Oaxaca zhlt zu den rmsten Bundesstaaten Mexikos, der Fremdenverkehr ist eine der wichtigsten Einnahmequellen.

Bislang sind smtliche Versuche gescheitert, ber Gesprche zwischen der Bundesregierung und der APPO zu einer Lsung zu kommen. Die APPO hat nun am Wochenende vorgeschlagen, knftige Verhandlungen sollten in Oaxaca und mit Menschen aus Oaxaca stattfinden, so etwa mit dem berhmten Knstler Francisco Toldeo. An ihrer grundlegenden Position hielten sie jedoch fest: Die Forderung nach einem Rcktritt von Ruiz werde man weder verhandeln noch sie zurcknehmen. Hinter den Barrikaden Oaxacas warten die Aufstndischen indes mit Angst und Spannung auf die nchsten Tage. In die auf der Strae gestapelten Sandscke haben sie ein Schild gesteckt: Wir sind vorbereitet.

« Amnesty fordert Aufklrung der Vorflle in Atenco Internationaler Presseverband fordert Ende von Angriffen gegen Journalisten »

-->

Möchtest du eigene Beiträge schreiben? Weitere Informationen dazu findest du hier...

Südamerika Newsletter
Kundenmeinungen