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Indigene Organisationen schließen sich zusammen

Südamerika | 26.07.2006

(Cusco, 26. Juli 2006, na-poonal).- Mehr als 500 Mitglieder verschiedener indigener Organisationen haben nach einem dreitägigen Kongress in Cuzco die Gründung eines andinen Dachverbandes der indigenen Organisationen beschlossen. Der Kongress fand vom 15. bis 17. Juli in Cusco, der ehemaligen Hauptstadt der Inkas in den peruanischen Anden, statt. Nach langen Diskussionen der verschiedenen Gremien und hitzigen Debatten begründeten die Entsandten aus Bolivien, Chile, Ecuador, Kolumbien und Peru den ersten überregionalen Zusammenschluss indigener Organisationen.

Ziel des Dachverbandes ist die Verhinderung des Freihandelsabkommens, die Verteidigung der natürlichen Ressourcen und der Schutz der Umwelt in den indigenen Gebieten; Themen die bereits seit fünf Jahren in den Mobilisierungen der indigenen Gruppen in Ecuador und Bolivien präsent sind. „Erst haben sie uns das Gold genommen, jetzt nehmen sie uns das Öl und das Erdgas und dann wollen sie auch noch das Wasser“, sagte Humberto Cholango, Präsident der Vereinigung der Quichua-Völker Ecuadors ECUARUNARI (Confederación de los Pueblos de Nacionalidad Kichua del Ecuador), die zur ecuadorianischen Vereinigung der indigenen Nationalitäten CONAIE (Confederación de Nacionalidades Indígenas del Ecuador) gehört. Dessen Vorsitzender Luis Macas kandidiert für die Präsidentschaftswahlen am 15. Oktober.

CONAIE hat die massiven Proteste gegen das Freihandelsabkommen (TLC) mit den USA angeführt und bemüht sich intensiv um den Ausschluss des US-amerikanischen Unternehmens Occidental Petroleum OXY. Blanca Chancoso, ebenfalls Vorsitzende von CONAIE, wies auf die Notwendigkeit alternativer Einnahmequellen in der Region hin und betonte, dass die Politik nicht durch internationale Finanzinstitutionen wie die Weltbank oder die Interamerikanische Entwicklungsbank vorgezeichnet werden dürfte.

Zum Abschluss des Kongresses beschlossen die Entsandten die Gründung eines zehnköpfigen Koordinationskomitees aus Vertretern der fünf beteiligten indigenen Organisationen. Die peruanischen Teilnehmenden sprachen sich für den Vorsitz eines peruanischen Mitglieds aus, um so die Mobilisierung der indigenen Gruppen des Landes zu stärken. Trotz des hohen Anteils der indigenen Bevölkerung besteht in Peru im Gegensatz zu Ecuador und Bolivien keine organisierte Politisierung der indigenen Gruppen.

Während der Agrarreform der Militärdiktatur unter General Juan Velasco Alvarado (1968-1975) verlor die indigene Bevölkerung die Bezeichnung Indios, um fortan als Bauern bezeichnet zu werden. Zudem hat die indigene Bevölkerung mehr als jeder andere Sektor der peruanischen Gesellschaft unter dem bewaffneten Konflikt der Regierung mit der radikalen Freiheitsbewegung Leuchtender Pfad (Sendero Luminoso) in den Jahren zwischen 1980 und 2000 gelitten. „Alle wundern sich, warum es in Peru keine vergleichbare Bewegung zu denen in Bolivien und Ecuador gibt“, sagte Rodrigo Montoya, peruanischer Anthropologe und Schriftsteller. „In diesen zwanzig Jahren hatten die ecuadorianischen und bolivianischen Brüder Zeit, um ihre politischen und ethnischen Bewegungen zu organisieren, während in Peru ein grausamer Krieg herrschte“.

In den kommenden zwei Jahren wird nun also Miguel Palacín, Präsident der peruanischen Vereinigung der von Bergbau betroffenen Gemeinden (CONACAMI) dem Koordinationskomitees vorsitzen. „Dieser Kongress des gemeinsamen Aufbaus muss sich die Einheit zum Ziel setzen“, sagte Palacín und fügte hinzu: „Es ist unser Ziel, sichtbar zu werden, in jedem unserer Länder und im gesamten Kontinent“. Die Teilnehmenden anderer Staaten mit geringerem Anteil an indigener Bevölkerung und entsprechender Organisation wie beispielsweise Chile und Kolumbien wollen ihre Aktionen an denen des Dachverbandes ausrichten, um so am Zusammenschluss teilzuhaben.

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