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Campesinas fordern ihr Recht auf Produktion

Costa Rica | 18.10.2006

(San José, 19. Oktober 2006, voces nuestras).- Mit bunten Marktständen auf dem Plaza de las Garantias Sociales im Herzen von Costa Ricas Hauptstadt San José machten sie auf ihre Forderungen aufmerksam: Am vergangenen Dienstag präsentierten mehr als 30 Frauengruppen aus dem ganzen Land ihre Produkte, Ideen und politischen Forderungen. Neben den überdachten Marktständen hatten sie ein Versammlungszelt aufgebaut, in dem Theatergruppen auftraten und Aktivistinnen von ihren Kämpfen berichteten. „In diesem Jahr fassen wir die internationalen Tage der Landfrau, der Ernährung und der Armut in einer Aktivität zusammen. Wir wollen mit der Vielfalt dieses alternativen Marktes zeigen, wie wichtig die Rolle der Frau bei der landwirtschaftlichen Produktion ist“, sagte Vilma Herrera Chavarría von der Landfrauenvereinigung C.M.C. (Coordinadora de Mujeres Campesinas) in Costa Rica.

Die Hälfte des fruchtbaren Landes in Costa Rica ist nicht landwirtschaftlich nutzbar, weil sich hier Regenwald und Naturschutzgebiete befinden. Ein weiteres Viertel gehört internationalen Fruchtkonzernen wie Dole und Chiquita sowie großen Fincas, die direkt im Auftrag dieser Konzerne arbeiten. Das letzte Viertel gehört Kooperativen oder Kleinbauern. Frauen können trotzdem kaum über fruchtbaren Boden entscheiden. Ein Grund dafür sei die Art und Weise, in der das zuständige Institut IDA Land vergibt. „Die Regierung ist verantwortlich für Geschlechterdiskriminierung. Die Entscheidung, wer welchen Landtitel erhält, fällt das IDA auf Grundlage eines Punktesystems. Und dabei zählt eine Frau nur halb so viel wie ein Mann“, erklärt Cynthia Reina Carr aus der Karibikprovinz Limón. Eine alleinstehende Frau hat demnach überhaupt keine Chance, eine Parzelle abzubekommen, ein nicht verheirateter Mann dagegen schon.

Die Karibikgegend gehört zu den ärmsten Regionen des Landes. Carr beklagt die fehlenden Investitionen in die Infrastruktur: „Es wird nichts getan, denn wo die Landflucht einsetzt, da kommen die multinationalen Bananen- und Ananaskonzerne und kaufen das Terrain. Die Regierung steht für diesen Ausverkauf unseres Landes und der damit verbundenen Umweltzerstörung“.

Trotz dieser Umstände schaffen es viele Frauen, zu produzieren. Auf dem bunten Markt in San José präsentierten sie eine Produktpalette von Bioobst und -gemüse über Süßigkeiten bis hin zu Kunsthandwerkartikeln. „Uns Landfrauen fehlt aber der Zugang zum Markt. Von der Regierung gefördert werden nur Exportprodukte wie zum Beispiel Zierpflanzen oder Ananas. Die Ernährungssicherheit unserer Familien wird darüber vergessen“, beklagt Orfa Dalila von C.M.C. Noch schlimmer werde alles, sollte das CAFTA-Freihandelsabkommen (bekannt als TLC) mit den USA ratifiziert werden. „Dann haben Kleinbauern überhaupt keine Chance mehr gegen die Konkurrenz der Agrokonzerne aus dem Norden“. Deshalb richtete sich die Aktion der Frauen auch gegen eine Ratifizierung des Abkommens.

« Proteste gegen Freihandelsabkommen Angriff auf Indígenas »

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