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Familienmitgliedern wird Entschädigung gewährt

Paraguay | 24.10.2006

(Fortaleza, 24. Oktober 2006, adital).- Nach Meinung des Interamerikanischen Gerichtshofs für Menschenrechte der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) ist der Staat Paraguay für die unter der Herrschaft des Diktators Alfredo Stroessner (1954-1989) begangenen Verbrechen direkt verantwortlich. Die Regierung wird beschuldigt, die Entführung und spätere Ermordung von vier Paraguayern eiskalt geplant zu haben. Die Fälle seien stellvertretend zu betrachten für mehr als 425 paraguayische Männer und Frauen sowie Menschen anderer Staatsangehörigkeit, die während der Diktatur verhaftet wurden und bis zum heutigen Tag verschwunden sind.

Der Staat Paraguay wurde zur Zahlung einer Entschädigung an die Familien der vier Verschwundenen verurteilt. Der Interamerikanische Gerichtshof traf damit eine Entscheidung in einem Prozess, der bereits seit 1994 die Umstände der gewaltsamen Entführung des Arztes Agustín Goiburú, des Studenten Carlos José Mancuello sowie der Brüder Benjamín y Rodolfo Ramírez Villalba untersucht. Alle vier waren während der Stroessner-Diktatur festgenommen worden.

Der Gerichtshof sah es als erwiesen an, dass die genannten vier Personen, deren Namen in der offiziellen Vermisstenliste zu finden sind, im Rahmen der Operation Condor ihrer Freiheit beraubt und gefoltert wurden. Dies ist das erste Mal, dass ein Organ der OAS zu einem Fall der Operation Condor Stellung bezieht. Unter dem Decknamen „Operation Condor“ kooperierten von 1970 bis 1980 die Sicherheitsdienste von sechs Ländern im Süden Lateinamerikas (Chile, Argentinien, Paraguay, Uruguay, Bolivien und Brasilien) bei der Verfolgung von linken politischen und oppositionellen Kräften weltweit. Insgesamt wurden im Rahmen dieser Aktion mehr als 100.000 Menschen umgebracht oder gelten als vermisst.

Der Prozess hatte vor zwölf Jahren auf Veranlassung der Menschenrechtsorganisationen Comité de Iglesias und Global Rights begonnen. Auch den Organisationen wurde eine Entschädigung zugesprochen. Das Gericht entschied, dass dem Staat Paraguay in politischer wie materieller Hinsicht die Verantwortung für die begangenen Verbrechen zufalle. Daher müsse unverzüglich der Verbleib der vermissten Personen aufgeklärt werden. Den Familien der vier Verschwundenen muss der Staat eine Entschädigung von insgesamt 663.000 US-Dollar zahlen.

Augustín Goiburú wurde 1977 in Argentinien von paraguayischen Agenten verhaftet und in die Räume der Kriminalpolizei in Asunción verschleppt, die als eines der Folterzentren der Diktatur bekannt sind. Carlos José Mancuello studierte Ingenieurwissenschaften in La Plata in Argentinien. Er wurde 1974 vom paraguayischen Zollbeamten festgenommen, als er mit seiner Frau und seiner acht Monate alten Tochter nach Paraguay einreisen wollte. Im selben Jahr wurden auch die Brüder Ramírez Villalba verhaftet.

Den drei Letztgenannten wurde vorgeworfen, einer terroristischen Vereinigung anzugehören, die ein Attentat auf Stroessner plante. Ohne jeden Kontakt zur Außenwelt verbrachten sie 22 Monate in den Folterzentren der Diktatur.

Alfredo Stroessner selbst starb im Juli in Brasilia, wo er seit seinem Sturz gelebt hatte.

Zuvor hatte es bereits drei weitere Urteilsverkündungen durch das OAS-Organ gegeben. Der ersten lag die unmenschliche Überbelegung einer Besserungsanstalt für Jugendliche zugrunde, im zweiten Fall ging es um die Verletzung der persönlichen Rechte eines Individuums. Im dritten Fall war die Vertreibung eines Indígena-Stamms aus ihren Ländern in der Region des Chaco verurteilt worden.

« Interview mit der Kongressabgeordneten Orsinia Polanco Jusayú Indígenas legen Produktion von Pluspetrol lahm »

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