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Oaxaca: Appo verteidigt sich erfolgreich

Mexiko | 03.11.2006

(Mexiko-Stadt, 3. November 2006, npl).- Es war die bisher grte und hrteste direkte Konfrontation zwischen der Ende Oktober in Oaxaca-Stadt einmarschierten Bundespolizei und der Volksversammlung der Bevlkerung Oaxacas (APPO): Nach einer knapp siebenstndigen Straenschlacht vor den Eingangstoren der Autonomen Universitt Benito Jurez de Oaxaca, einer Bastion der APPO, wurden die Sicherheitskrfte trotz des massiven Einsatzes von Trnengas und Wasserwerfern in die Flucht geschlagen. Whrend die Bundesbehrden insgesamt 13 verletzte Personen, darunter drei Journalisten, angibt, nennt die Volksbewegung die Zahl von 200 Verletzten, fnf davon sollen schwer verletzt worden sein. Zudem soll es ber 30 neue Verhaftete gegeben haben. Die Polizei drang in zahlreiche Huser der Universittsumgebung ein.

Trotz der Versicherung des mexikanischen Bundesministers fr ffentliche Sicherheit Eduardo Medina Mora, es sei nur um die Rumung der Barrikaden vor der Universitt gegangen, handelte es sich offenbar auch um den Versuch, Radio Universidad auer Gefecht zu setzen. Der auf dem Campus gelegene Sender ist das wichtigste Kommunikationsmittel der aufstndischen Bevlkerung. Zu seinem Schutz waren die Barrikaden vor dem Universittsgelnde besonders verstrkt worden. Radio Universidad informierte so gut wie ununterbrochen ber die Auseinandersetzungen.

Beim erbitterten Widerstand gegen die Polizei bildete die Bevlkerung Menschenketten vor den Wasserwerfern. Die APPO-Anhnger wehrten sich mit Steinen, Stcken, Knallkrpern und Molotov-Cocktails. Zahlreiche Autos wurden umgestrzt. Gleichzeitig warfen die Verteidiger der Universitt die Trnengasbomben zurck, die Bundeseinheiten auch aus Helikoptern heraus stndig ber der Universitt und den umliegenden Straen abgeschossen hatten. Die Gegenwehr speiste sich stark aus Menschen der Bevlkerung der angrenzenden Viertel sowie weiteren entlegeneren Stadtteilen, die angesichts der Angriffe zugeeilt waren. Universittsrektor Francisco Martnez Neri hielt ber Radio eine bewegende Rede, in der er sich gegen jegliche Verletzung der universitren Autonomie durch die Polizeikrfte stellte und die Studenten aufforderte, diese Autonomie zu verteidigen.

Minister Medina Mora erklrte nach der selbst von einigen regierungsnahen Medien als "Niederlage" der Bundespolizei bezeichneten Auseinandersetzungen, die Regierung beabsichtige in einer Kombination aus Aktionen und Dialog im Bundesstaat den Frieden herzustellen". Nach dem Rckzug der Bundespolizei nahmen tausende Menschen unter dem Ruf "Zapata lebt" den zweihundert Meter vor dem Universittszugang liegen Kreisel "Cinco Seores" wieder ein. Immer wieder erhallte der Ruf nach dem Sturz oder Rcktritt des verhaten Gouverneurs Ulises Ruiz. Flavio Sosa, die sichtbarste Figur der kollektiven APPO-Fhrung, bezeichnete die Vorkommnisse als Beweis fr die Kraft der Bewegung. Er empfahl der Bundespolizei den Rckzug aus Oaxaca. Die APPO rief dazu auf, in der gesamten Stadt so viele Barrikaden wie mglich zu errichten, aber jegliche Zerstrungen zu vermeiden.

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