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Erfolgreiche indigene Proteste gegen Verschmutzung durch Erdölförderung

Peru | 01.11.2006

(Lima, 1. November 2006, na-poonal).- Seit 35 Jahren wird das Problem giftiger Abwasser im Becken des Corrientes-Flusses von den Behörden ignoriert. Verschiedene Erdölunternehmen leiten seit Jahrzehnten ihr Abwasser in den Fluss, aus dem die indigenen Gemeinschaften dieses Teils des Amazonas ihr Trinkwasser schöpfen. Am vergangenen 10. Oktober kam es zur Besetzung von zwei Erdölfeldern, um ein Ende der Verschmutzung zu erzwingen.

Der Corrientes-Fluss liegt in der nordöstlichen Provinz Loreto. An seinen Ufern leben 32 indigene Gemeinschaften der Achuar-, Quichua- und Urarina-Stämme mit insgesamt etwa 7.800 Menschen, die in der Föderation der indigenen Gemeinschaften des Corrientes-Flusses FECONACO (Federación de Comunidades Nativas del Río Corrientes) organisiert sind.

Seit den Sechzigerjahren liegen deren Stammesgebiete auf den von der Regierung für eine Erdölkonzession vorgesehenen Landflächen 1AB und 8. Im Jahre 1971 wurde die Konzession für 1AB an den US-amerikanischen Konzern Occidental Petroleum (OXY) vergeben, der dort bis im Jahr 2000 tätig war. OXY verkaufte seine Konzession dann an das argentinische Unternehmen Pluspetrol. Das Feld Nr. 8, das an das staatliche Erdölunternehmen Petroperú gegangen war, wurde 1996 ebenfalls an Pluspetrol verkauft.

Seit Beginn der Erdölförderung in dem Gebiet werden die Abwasser, die mit dem Erdöl an die Oberfläche gelangen, in den Corrientes-Fluss geleitet, anstatt, wie international vorgeschrieben, zurück in das Bohrloch. Aktuell gelangen an der Förderanlage von Pluspetrol auf diese Weise täglich etwa 155 Mio. Liter Abwasser in den Fluss. Das Wasser hat beim Erdaustritt mehr als 90° Celsius und enthält große Mengen an Salzen, Kohlenwasserstoffe, Chlor und Schwermetalle, wie z.B. Blei, Kadmium, Barium, Quecksilber und Arsen.

Das verseuchte Trinkwasser hat bereits zu Gesundheitsschäden der ansässigen Bevölkerung geführt. Die im Wasser und in verseuchter Nahrung enthaltenen Metalle lagern sich im Körper der Personen ein und können zu genetischen Missbildungen und Krebs führen.

Eine Delegation der FECONACO besuchte Anfang September Lima und traf sich dabei mit Vertretern und Vertreterinnen der Regierung. Die Aussage der Indígenas war: „Falls keine Lösung gefunden wird, kommt es zu einem Aufstand der Achuar“. Weiterhin forderten die Föderation „die organisatorische und finanzielle Beteiligung der betroffenen indigenen Gemeinden bei Entscheidungen und der Durchführung aller Maßnahmen, die im Zusammenhang mit dem Wiedereinpumpen des Abwassers, Umweltschutzfragen, Fragen der menschlichen Gesundheit und Entwicklung, Entschädigung für und Rettung von verseuchten Flächen stehen sowie die vorherige Rücksprache und das Einverständnis der Gemeinden im Falle neuer Konzessionen, und zwar im vornherein, ohne Druck und mit allen notwendigen Informationen“.

Ein Monat später, am 10. Oktober, besetzten 700 Indígenas des Achuar-Stammes die Flächen 1AB und 8 und zwangen dadurch Pluspetrol dazu, die Förderung vorerst einzustellen. Vier Tage danach schickte die Regierung eine offizielle Delegation, die mit der Föderation verhandeln sollte. Am 15. Oktober wurde ein Abkommen unterzeichnet, das das komplette Wiedereinpumpen des Abwassers in die Bohrlöcher bis Ende 2008 vorsah. Das argentinische Erdölunternehmen verpflichtete sich zudem, einen zehnjährigen Gesundheitsplan für die betroffenen Gemeinden zu finanzieren, einschließlich des Aufbaus eines Krankenhauses in Trompeteros in Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsministerium.

Nichtsdestotrotz entschied sich die Föderation, die Anlage weiterhin besetzt zu halten, bis nämlich die Verträge, wie im ersten Punkt vorgesehen, zu einer offiziellen Verordnung geworden sind. Da eine solche Verordnung nicht verabschiedet wurde, führten die Indígenas die Besetzung fort. „Wir sind der Meinung, dass bislang ein Punkt fehlt, der die Umsetzung der Verträge sicherstellen würde. In einigen Fällen ist gar nicht definiert, wer die Verträge umsetzen soll, und wenn doch, fehlt häufig eine entsprechende Frist", ließ die Föderation verlauten.

Am 22. Oktober führte eine neue Gesprächsrunde mit Beteiligung der „Apus“ (AnführerInnen) der 32 Achuar-Gemeinden am Corrientes-Fluss, VertreterInnen der Regierung, Pluspetrol und dem Menschenrechtsombudsmann zur Unterzeichnung eines neuen Abkommens. Im Gegenzug zogen sich die Indígenas von den Förderanlagen zurück.

« Indigene legen französischen Erdölkonzern lahm Dekret zur Nationalisierung umgesetzt »

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