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Landlosenbewegung MST startet Besetzungswelle

Brasilien | 14.11.2006

(Rio de Janeiro, 14. November 2006, npl).- Die Waffenruhe, die die brasilianische Landlosenbewegung MST (Movimento dos Trabalhadores Sem Terra) dem wiedergewhlten Prsidenten Luiz Incio Lula da Silva gewhrt hatte, ist vorbei. Seit Wochenbeginn hat die schlagkrftigtse soziale Bewegung des sdamerikanischen Landes die Besetzung unproduktiver Lndereien wieder aufgenommen. Whrend des Wahlkampfes hatte der MST ihre Mobilisierungen ausgesetzt, um dem Ex-Gewerkschafter Lula den Rcken zu strken.

Insbesondere im wohlhabenden Sden des Landes schritten MST-Aktivisten zur Tat. Jeweils mehrere Hundert Familien besetzten brachliegende Fazendas in den Bundesstaaten So Paulo, Paran und Rio Grande do Sul. Die Aktionen verliefen weitgehend ohne Zusammenste, auch wenn seitens der Landbesitzer bereits Drohungen gegen die Aktivisten geuert wurden Der MST wird weiterhin unproduktive Latifundien besetzen, aber wir mssen ber die reine Debatte einer Agrarreform hinausgehen. Es ist an der Zeit, konkrete politische Vorschlge vorzulegen, erklrte ein MST-Sprecher bei einer Besetzungsaktion in So Paulo gegenber der Presse.

Eine weitere Gruppe von 600 MSTlern lagert seit Montag vor der Agrarreformbehrde INCRA in Curitiba, Hauptstadt des Bundesstaates Paran. Sie machen das Hauptanliegen des MST deutlich: Eine beschleunigte Umsetzung der Agrarreform. Konkret fordern sie, dass alle Familien, die in Paran auf Landbesetzungen leben, endlich legalisiert werden. Auerdem sollen die Daten ber unproduktive Lndereien, die noch aus dem Jahr 1975 herrhren, aktualisiert werden.

Gestritten wird immer wieder ber die Zahl der Familien, die vom Staat angesiedelt, also legalisiert werden soll. Beispielsweise hatte Prsident Lula fr seine erste vierjhrige Amtszeit versprochen, in Paran 9.000 Familien Land zuzuweisen. Bis heute erhielten jedoch nur 3.000 Familien Land. Zugleich leben weitere 8.000 weiterhin auf Besetzungen ohne jeglichen rechtlichen Schutz.

hnlich sieht es in Rio Grande do Sul aus, wo seit 2002 erst 319 Familien angesiedelt wurden, whrend 2.500 noch darauf warten. Wir fordern, dass die Regierung ihre Versprechen einhlt und die Lndereien, die als unproduktiv eingestuft wurden, enteignet. Dann knnten auch die 2.500 Familien angesiedelt werden, die momentan auf Grnstreifen am Straenrand in diesem Bundesstaat wohnen, erklrte Ana Hanauer von der MST-Koordination in Rio Grande do Sul.

Die Landlosen machen deutlich, dass sie anders als vor vier Jahren von Beginn an die Regierung Lula unter Druck setzen werden. Diesmal also keine Schonfrist von 100 Tagen. Zugleich ist kaum zu erwarten, dass sich am zwiespltigen Verhltnis des MST zur Regierung Lula und seiner Arbeiterpartei PT grundlegend etwas ndern wird. Die gegenseitigen Bindungen, in Jahrzehnten gemeinsamen Kampfes gewachsen, sind zu eng, als dass sie getrennte Wege oder andere Alternativen zulieen. Zuletzt hat sich dies im Wahlkampf gezeigt: Waren im ersten Durchgang oft kritische Stimmen seitens der Landlosen Lula gegenber zu hren, war es unter anderem der MST, der fr die Stichwahl engagiert den Wahlkampf auf die Strasse trug.

Zurecht fordert die Landlosenbewegung jetzt mehr Engagement fr die Agrarreform ein und wird mit ein wenig Entgegenkommen rechnen knnen. Aber die Landbesitzer haben immensen Einfluss auf Politik und Wirtschaft in Brasilien und dies zu ndern, traut Lula niemand mehr zu.

« Landbesetzung in Rio Grande do Sul Minengesellschaft klagt fehlenden staatlichen Schutz der Indgenas an »

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