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Indígenas fordern Anerkennung ihrer Besitzrechte

Brasilien | 14.11.2006

(Fortaleza, 14. November 2006, adital).- Das Kollektiv Causa Indígena hat das Justizministerium aufgefordert, die Anerkennung des Besitzrechts der Indígenas an den Ländereien der Tupiniquim und Guaraní im Munizip Aracruz im Bundesstaat Espírito Santo unverzüglich durchzusetzen. Die Frist für die öffentliche Bekanntgabe des vom Ministerium zu erstellenden Anerkennungsdekrets sei bereits am 12. Oktober abgelaufen. Seither stagniert der Anerkennungsprozess. Die 11.009 Hektar Land werden zur Zeit von der Zellulosefabrik Aracruz genutzt.

Nach Angaben des unabhängigen Medienverbunds Indymedia seien die Indígena-Gemeinden unzufrieden und müde. Dem Justizminister Márcio Thomás Bastos werfen sie vor, sich nicht an seine Versprechungen gehalten zu haben. Bastos hatte behauptet, den Konflikt bis zur nächsten Wahl aus dem Weg geräumt zu haben, lies aber inzwischen verlauten, dass er in der nächsten Legislaturperiode nicht mehr im Amt sein werde. Er hatte den Indígenas außerdem versichert, dass für das Anerkennungsverfahren bezüglich ihrer Ländereien das Beratungsgremium des Justizministeriums nicht mehr extra hinzugezogen werden müsse. Der Fall war bereits von einer Kommission der Staatlichen Behörde für Indígenaangelegenheiten FUNAI geprüft worden war.

Der Zellulosehersteller Aracruz veröffentlichte in den letzten Monaten verschiedene Stellungnahmen und brachte Infobriefe in Umlauf. Die Indígenas meinen jedoch, dass darin viele Unwahrheiten enthalten seien. Dies beweise, dass der Konzern nicht besonders daran interessiert sei, die tatsächlichen Gegebenheiten anzuerkennen. Das Unternehmen verwendete für seine Werbematerial zudem Fotos von Indígena-Gemeinden, ohne dafür die Erlaubnis eingeholt zu haben. Die Staatsanwaltschaft erhob daraufhin Anklage beim Obersten Gerichtshof in Linhas (Espírito Santo) gegen Aracruz. Sie vertrat die Auffassung, das Verhalten des Konzerns verzerre die Darstellung der Besetzung des Indígenalands. Den indigenen Völkern werde damit zusätzlich immaterieller Schaden zugefügt. Die Staatsanwaltschaft beantragte beim Obersten Gerichtshof ein Schmerzensgeld in Höhe von einer Million Reales (ca. 360.000 Euro).

Die Behörde FUNAI schloss sich ihrerseits der Darstellung der Situation in der Zeitschrift Carta Capital an und forderte eine offizielle Anerkennung der betroffenen Ländereien innerhalb dieses Jahres. Die Bewertung des Falls durch die FUNAI hatte ergeben, dass insgesamt 11 Millionen Hektar Land, das den Tupiniquim und Guaraní zusteht, von dem Konzern besetzt gehalten wird. Trotz eines vom Konzern vorgelegten Gutachtens, das diese Einschätzung anzweifelt, soll an der Entscheidung nichts geändert werden. Laut Angaben von Causa Indígena dauert der Kampf der Völker um ihr Land bereits mehr als zehn Jahre an.

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