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Ländlicher gemeindebasierter Tourismus im Aufwind

Costa Rica | 27.11.2006

(San José, 27. November 2006, voces nuestras).- Am Sonntag endete in San José die fünfte nationale Messe für ländlichen gemeindebasierten Tourismus. Yeudi Herrera von „Vacaciones con Familias Campesinas“ ist der Aussteller: „Es lief viel besser als im vergangenen Jahr. Das Interesse an ländlichem, gemeindebasierten Tourismus in Costa Rica und Mittelamerika wächst spürbar. Es kamen mehr Besucher, sie waren besser informiert über unser Angebot, aber auch wir Aussteller waren besser vorbereitet“, so Herrera. Besonders stolz ist er auf seine Idee, den Messebesuchern ein spezielles Messe-Sonderangebot zu unterbreiten.

Der Mittzwanziger ist Bauernsohn und Vorsitzender des Landjugendverbandes Jazon in der Zona Norte, wo Costa Rica an Nicaragua grenzt. Seit fünf Jahren arbeitet er mit Familien seiner Region am Aufbau dieser anderen Art des Tourismus als Ergänzung zur oftmals wenig einträglichen Landwirtschaft. „Die Schweiz Mittelamerikas“, wie viele das Land oft nennen, ist bekannt für seinen Ökotourismus. Aber immer mehr Öko-Lodges werden von Ausländern betrieben, oft von US-Amerikanern. Für die Einheimischen bleibt von den Einnahmen dann natürlich wenig.

Bereits seit zwölf Jahren gibt es Cooprena, den Zusammenschluss von Kooperativen für gemeindebasierten Tourismus. Direktorin Leyla Solano ist eine Pionierin dieser Art des Reiseangebotes. Sie zieht zufrieden Bilanz: „Bis vor wenigen Jahren bedeutete für die Ticos, wie wir Costaricaner uns selber nennen, Urlaub ausschließlich an den Strand zu fahren. Am besten in All-Inclusive-Anlagen, wenn man sich das leisten konnte. Aber immer mehr erkennen, dass unser Angebot eine attraktive Alternative dazu ist“. Aber auch immer mehr Ausländer interessieren sich dafür: Das nationale Tourismusinstitut ICT zählte, dass 12,5 Prozent aller Costa-Rica-Besucher zumindest ein Angebot des ländlichen gemeindebasierten Tourismus wahrgenommen haben.

Im zweiten Jahr in Folge ging der Preis für das beste Tourismusprojekt an eine Frauenkoorperative von der Isla de Chira. „Für Landfrauen bietet gemeindebasierter Tourismus große Chancen. Die Frauen von Chira mussten zuerst hart gegen den Widerstand ihrer Männer kämpfen. Aber heute kommen die Männer und fragen die Frauen um Rat“, sagt Kyra Cruz von Actuar, einem der drei größeren Dachverbände für gemeindebasierten Tourismus in Costa Rica.

„Der ländliche, gemeindebasierte Tourismus hat ein starkes Naturschutzelement. Die Einnahmen erlauben uns Einheimischen, unsere Natur zu schützen, die ja auch gleichzeitig die Attraktion für unsere Besucher ist“, sagt Yeudi Herrera. Der Weg zum Erfolg ist steinig. Der Werbekraft der großen Tourismuskonzerne können die kleinen Anbieter kaum etwas entgegensetzen. Und auch gegen Discount-Angebote in All-Inclusive-Anlagen kommen die Campesinas nicht an. „Aber wir bieten eine einzigartige Erfahrung. Wir sprechen auch nicht von Kunden, sondern von Besuchern und Freunden, denen wir die Türen unserer Unterkünfte öffnen und an unserer Kultur und traditionellen Küche teilhaben lassen“, sagt er.

Ermöglicht hat das auch die Unterstützung von internationalen Entwicklungsagenturen - aus Deutschland engagiert sich der Evangelische Entwicklungsdienst (EED) - und dem UN-Programm für Kleinkredite der UNDP. Ohne Entwicklungsgelder wären etwa die nötigen Fortbildungsprogramme für die Campesinos nicht zustande gekommen.

Weil gemeindebasierter Tourismus die lokale Wirtschaft stimuliert, bietet er der Jugend neue Chancen. Nicht wenige Bekannte von Yeudi Herrera widerstanden angesichts dieser Entwicklung der Versuchung, vom Land in die Stadt mit ihren angeblich so großen Möglichkeiten zu siedeln.

Jüngst erklärte das Tourismusministerium ICT den ländlichen gemeindebasierten Tourismus zum vierten wichtigen Produkt in der Tourismus-Strategie neben Natur, Sonne und Strand sowie Abenteuer. Das ICT hat begonnen, ein Gütesiegel zu entwickeln. „Der ländliche gemeindebasierte Tourismus passt hervorragend zum Costa-Rica-Motto „Ohne künstliche Zutaten“. Heute zählen wir 70 Gemeinden und 1500 Familien, die sich daran beteiligen. Etwa 25.000 Hektar Wald werden durch diese Aktivitäten geschützt“, sagt Mará Murillo vom ICT.

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