Papagayo Camale�n  
Pivian exchange Caracas Spanisch Sprachreise, Spanischkurs und Spanischschule
    Spanischkurse     Portugiesischkurse     Quechuakurse     Praktika     Freiwilligenarbeit     Reiseservice     Community     Über Uns Sonntag, der 22. Juli 2018  
Lateinamerika Nachrichten
Südamerika Nachrichten
Mittelamerika Nachrichten
Karibik Nachrichten
Seite merken
Garantien für deine Reise

Pinochet starb ohne Strafe

Chile | 13.12.2006

(Santiago de Chile, 14. Dezember 2006, na-poonal).- Und er wurde nicht bestraft! riefen die triumphierenden Anhnger des ehemaligen chilenischen Diktators Augusto Pinochet. Nach offiziellen Angaben gab es whrend seiner 17 Jahre andauernden Diktatur mehr als 3.000 auergerichtliche Hinrichtungen, 1.000 Menschen verschwanden und 35.000 Personen wurden gefoltert. Pinochet starb am 10. Dezember im Alter von 91 Jahren an einem Herzstillstand. Damit endete ein fast zwanzig Jahre langer Kampf, den ehemaligen Diktator wegen Menschenrechtsverletzungen und Korruptionsvorwrfen whrend seines Regimes (1973-1990) zu bestrafen.

In der Woche vor seinem Tod wurde der ehemalige Diktator aufgrund von Herzproblemen in ein Krankenhaus eingewiesen. Allerdings fhrte seine schnelle Genesung zu Spekulationen, dass die Einweisung ein Trick gewesen sei, um das erste bevorstehende Urteil gegen ihn zu verhindern. Diesen Monat sollte das Urteil wegen der Entfhrungen, Morde und Folterungen im Folterzentrum Villa Grimaldi fallen.

Das Land wurde vom Tod Pinochets berrascht. Einige Stunden zuvor hatten die rzte des Militrkrankenhauses bekundet, dass er auf dem Weg der Genesung sei. Anders als im Mrz 2005, nach dem Tod der Prsidentin der Kommunistischen Partei Gladys Marn, wurde keine Staatstrauer angeordnet. Die Regierung von Prsidentin Michelle Bachelet hielt es aufgrund der Vorwrfe wegen Korruption und Steuerhinterziehung in sechs Fllen nicht fr angemessen, Pinochet Staatsehren zu verleihen. Verteidigungsministerin Vivianne Blanlot war das einzige Regierungsmitglied, das an der Trauerfeier in der Militrakademie vor der Verbrennung Pinochets teilnahm.

Auch nach seinem Tod sorgt der Ex-Diktator noch fr Spaltung im Land. Mehr als hundert treue Anhnger Pinochets hielten Nachtwache vor dem Krankenhaus. Einige davon schluchzten und trugen Plakate mit der Inschrift der Unsterbliche. Gleichzeitig trugen die Familienangehrigen der Opfer der Diktatur Plakate, auf denen man Nie wieder und Wo sind sie? lesen konnte, wie schon seit ber zwanzig Jahren. Rasch schlossen sich ihnen mehr als 5.000 euphorische Menschen an. Sie wollten in die Innenstadt und bis zum Prsidentenpalast ziehen. Dort erwarteten sie aber Trnengas und gepanzerte Fahrzeuge, die an die Zeiten der Diktatur erinnerten.

Seit dem Jahr 1998 wurden mehr als 400 Prozesse gegen Pinochet aufgrund von Menschenrechtsverletzungen angestrengt, die whrend seines Regimes begangen wurden. Nur sechs davon, in denen es um mehrere Opfer ging, kamen zur Anklage. In keinem Fall jedoch wurde ein Urteil gesprochen. Am 30. Oktober ordnete ein Gericht den Hausarrest Pinochets an. Er wurde als geistiger Tter fr einen Mord, 23 Flle von Folter und besonders schwerewiegende Flle von 26 Entfhrungen, die zwischen 1974 und 1976 in der Villa Grimaldi begangen wurden, angeklagt. Die Villa Grimaldi war eine der wichtigsten Foltersttten des Geheimdienstes DINA.

Richter Alejandro Sols, verantwortlich fr den Fall Villa Grimaldi, ist der Auffassung, dass die Justiz auf eine Art den Diktator schon verurteilt hatte. Die Entscheidung des Obersten Gerichts, die Immunitt Pinochets im September aufzuheben, um ihn im Fall Villa Grimaldi zu verurteilen, sttzte sich auf die mgliche Beteiligung Pinochets an Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Zwischen 2000 und 2006 enthoben Gerichte Pinochet der Immunitt in weiteren acht Prozessen. Es wurde erwartet, dass der Fall Villa Grimaldi der erste wre, in dem der ehemalige Diktator verurteilt wrde.

Wenn auch der Tod Pinochets die Schlieung des Falls Villa Grimaldi und weiterer, in die er involviert war, bedeutet, werden die Verfahren gegen andere Angeklagte weiter verfolgt. Menschenrechtsanwlte wie Hiram Villagra erwarten, dass der Tod Pinochets das Ende des Loyalittspakts des Militrs mit sich bringe und die ehemaligen Mitstreiter der Diktatur endlich beginnen auszusagen.

« Ex-Diktator wegen der Entfhrung und Ermordung von Exilierten verurteilt Pinochet-Enkel aus der Armee entlassen »

-->

Möchtest du eigene Beiträge schreiben? Weitere Informationen dazu findest du hier...

Südamerika Newsletter
Kundenmeinungen