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Befragung über die Wahrnehmung von Gewalt

Karibik | 11.01.2007

(Havanna, Januar 2007, semlac-poonal).- Obwohl es natürlich Menschen gibt, die sehr subtile Formen von Gewalt in ihrem Alltag identifizieren, verbinden viele Leute auf Kuba Gewalt nur oder hauptsächlich mit klar erkennbaren körperlichen Aktionen. Diese Sichtweise gilt sowohl für den eigenen Haushalt als auch außerhalb von diesem. Gewaltausübung ist für 341 Befragte, davon 53 Prozent Frauen, vor allem ein physischer Angriff auf eine Person oder deren Vergewaltigung. Die Befragung wurde von der Nachrichtenagentur SEMIac in sechs Provinzen des Landes durchgeführt: Pinar del Río, Ciudad de La Habana, Cienfuegos, Villa Clara, Camagüey und Holguín.

Die journalistische Befragung mit anonymen Antworten wurde im Jahr 2006 durchgeführt. Das Hauptziel der Untersuchung war, herauszufinden, wie die Personen, sei es als Opfer oder Täter, die verschiedenen Formen von Gewalt identifizieren, bewerten und erleben. Aus einer Liste von Aktionen wurden von den Befragten am häufigsten Vergewaltigen, Angreifen, Misshandeln, Erzwingen und Schlagen mit Gewalt identifiziert. Alltägliche oder subtile Formen wie Schreien, Bedrohen und Verbieten wurden seltener als Gewalt erkannt.

Noch weniger nahmen die befragten Personen Gewaltäußerungen wahr, die scheinbar weniger aggressiv sind, wie das Lesen fremder Post, das Abhören von Telefongesprächen, das Nicht-Antworten auf eine Begrüßung, das Auslachen von jemand anderem, die Vernachlässigung der Kinder oder das „Nicht-teilen-wollen“ von Familienausgaben. Für etwas mehr als die Hälfte der Befragten war dieses Verhalten nicht mehr als ein Zeichen von schlechter Bildung oder schlechtem Benehmen. „Manchmal werden Beleidigungen zum Scherz gemacht. Momentane Mode ist es, sich mit Pfeifen zu begrüßen“, fügte ein 16jähriger mestizischer Schüler aus der Provinz Granma hinzu.

Obwohl sich kein nennenswerter Unterschied zwischen den verschiedenen Altersgruppen zeigte, offenbarte sich eine leichte Nuance in der Sichtweise von Männern und Frauen. Die Männer identifizierten das Wort Gewalt mehr mit Schlagen, Vergewaltigen und Angreifen, in dieser Reihenfolge. Die Frauen modifizierten diese Wahrnehmung etwas und setzten das Angreifen vor die Vergewaltigung und die Misshandlung. Die Taten, die von den Frauen am seltensten als Gewalt anerkannt wurden, waren Beleidigungen, Bestrafungen, das Nicht-Beantworten einer Begrüßung, das Auslachen anderer Personen oder die Ablehnung von Kondomen beim Geschlechtsverkehr mit einem festen Partner.

Alles in allem behaupten alle Befragten, dass die Gewalt physisch, sexuell und emotional oder psychologisch sein kann. Sie erkannten weniger soziale und ökonomische Gewalt. Von der Gesamtheit der befragten Personen, in Städten und auf dem Land, gaben mehr als die Hälfte – 54,2 Prozent - zu, Gewaltsituationen erlebt zu haben. Die meisten bezogen sich auf Schreien, Beleidigungen und die Ablehnung von Gesprächen hauptsächlich von Familienmitgliedern, besonders den Ehepartnern und Kindern, gefolgt von Arbeitskollegen.

Die Befragung ergab, dass mehr Frauen als Männer Opfer von Gewalt waren. Die entsprechende Frage wurde von 59 Prozent der Befragten bejaht. Am häufigsten waren sie angeschrieen, beleidigt und verbal bedroht worden. Sie erwähnten zuerst die Partner, dann die Kinder, Geschwister und zuletzt den Freundeskreis als Täter.

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