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Indígenas gründen autonome Gemeinde in Oaxaca

Mexiko | 25.01.2007

(Mexiko-Stadt, 25. Januar 2007, recosur).- Das in der Triqui-Region gelegene Dorf San Juan Copala im mexikanischen Bundesstaat Oaxaca hat sich zum Zentrum einer neuen autonomen Gemeinde im Widerstand erklärt. Die Entscheidung der in der Gemeinde liegenden Dörfer, ihr Schicksal in die eigene Hand zu nehmen und die Gemeindeoberhäupter nach den eigenen Traditionen zu wählen, wurde von ihrem Sprecher Edilberto Hernández Cárdenas mit der Vernachlässigung der Region durch die politisch Verantwortlichen, mit der extremen Armut und der andauernden und willkürlichen Diskriminierung der Triqui-Indigenas begründet.

Von nun an, so Hernández Cárdenas, werde die aus 20 Dörfern bestehende Gemeinde wieder den Status einer "freien Gemeinde" haben, über den sie bereits seit 1826 verfügte und der ihr 1948 von der PRI-Regierung aberkannt wurde. Mit dem Schritt in die Unabhängigkeit mache die seit jeher bedrohte Ethnie der Triqui ihre Sicherheit zu ihrem wichtigsten Anliegen. Die Gemeinde werde zukünftig nach dem Vorbild der im Bundesstaat Guerrero liegenden autonomen Gemeinde Xochistlahuaca eine eigene Miliz organisieren und den Polizeikräften Oaxacas und der Bundespolizei PFP (Policía Federal Preventiva) keinen Zugang mehr gewähren.

In den letzten Jahren waren die Triqui neben der extremen Armut einer starken Repression ausgesetzt. Die Triqui-Partei MULT (Movimiento de Unificación y Lucha Triqui), die allmählich an Bedeutung gewonnen und schließlich die Gemeinderäte gestellt hatte, wird von den VertreterInnen der neuen autonomen Gemeinde des Verrats an den Zielen der vereinbarten Autonomie bezichtigt. Am 20. April des vergangenen Jahres kam es zur Abspaltung einer Unabhängigen Triqui-Bewegung, MULTI (Movimiento de Unificación y Lucha Triqui Independiente), die sich der "Volksversammlung der Bevölkerung Oaxacas" APPO (Asamblea Popular de los Pueblos de Oaxaca) anschloss. Nach Angaben von Hernández Cárdenas verschärfte sich ab diesem Zeitpunkt die Bedrohung von AktivistInnen aus der Region. Es seien 20 Personen ermordet oder verschleppt worden. Cárdenas macht dafür paramilitärischen Gruppen verantwortlich, die vom Gouverneur des Bundesstaats Ulises Ruiz bezahlt würden.

Am 19. Januar, einen Tag vor der Amtseinführung der autonomen Gemeinderäte, drangen bewaffnete Paramilitärs in die Gemeinde ein. Aus einem Hinterhalt erschossen sie Roberto García Flores im Ort Agua Fría. Garcia Flores befand sich auf dem Weg zur konstituierenden Versammlung in San Juan Copala. Auch die Patrouillen durch Beamte der PFP hätten zugenommen. Die PFP-Beamten benutzen nach Angaben der Gemeinde Uniformen der Polizisten des Bundesstaats Oaxaca.

Nach dem momentan vordringlichen Aufbau der Miliz will die autonome Gemeinde weitere Probleme angehen. Dazu gehören Gesundheitswesen, Bildung und ein Lebensmittelprogramm für Kinder. Die Wiederherstellung der Autonomie wird viel Kraft erfordern, die Entscheidungsgewalt liegt jedoch nun bei den Armen – der Basis der Triqui.

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