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Brutaler Polizeieinsatz gegen Landbesetzer des MST

Brasilien | 29.01.2007

(Rio de Janeiro, 29. Januar 2007, npl).- Diesmal traf es Landlose im zentralbrasilianischen Bundesstaat Gois. Frh morgens strmten an die Hundert Polizisten das gerade erst errichtete Barackenlager, schossen in die Luft und kesselten die 600 Familien ein. Obwohl niemand Widerstand leistete, gingen die Beamten uerst brutal vor, trennten zuerst Mnner und Frauen, um schlielich einige Mnner, die als Rdelsfhrer bezeichnet wurden, zu schlagen und zu fesseln.

Erst als Stunden spter Vertreter der lokalen Behrden und Menschenrechtler eintrafen, lie sich die Polizeifhrung auf Verhandlungen ein. Nur wenige der Landlosen hatten aus dem Kessel fliehen knnen, um die Presse und Genossen der Landlosenbewegung MST (Movimento dos Trabalhadores Sem Terra) zu alarmieren. Die Situation ist sehr angespannt, und die Landarbeiter sind vollkommen eingeschchtert, erklrte die MST-Sprecherin Lucinia Medeiros nach Gesprchen mit denen, die der Umzingelung entfliehen konnten.

Erst vor kurzem waren die 600 Familien zur Finca Sete Rios gezogen, nachdem sie aus Angst vor Repressalien eine andere Landbesetzung 20 Kilometer entfernt aufgegeben hatten. Beide Lndereien liegen seit Jahren brach und werden nicht mehr landwirtschaftlich genutzt. Doch obwohl die Agrarreform-Behrde Incra bereits die Enteignung eingeleitet hat, kommt der Prozess nicht voran, der den Landlosen eine Existenzchance bieten wrde.

Statt dessen kam es Ende vergangener Woche zur Rumung ohne jeden Rechtstitel. Die Polizei nannte als Grund der Aktion, die Landlosen htten bei ihrer vorherigen Besetzungsaktion geplndert. Ein willkrliches Vorgehen, kritisiert MST-lerin Medeiros. Die Beschuldigung mit der Plnderung ist nichts weiter als ein Vorwand, um die illegale Rumung zu rechtfertigen.

Nach ihrer Freilassung wollen die Landlosen weiterziehen in der Hoffnung, ein Stck Land zu finden, wo sie vor den Vertreibungen der Grundbesitzer geschtzt sind. Sie sind nur ein Grppchen von Hunderten, die in ganz Brasilien aktiv sind, um die schleppende Landreform voran zu bringen. Immer wieder kommt es zu gewaltsamen Rumungen und auch Todesfllen, doch auch immer wieder gelingt es den im MST oder anderen Landlosen-Bewegungen organisierten Bauern, Land zu besetzen und Siedlungen zu bauen.

Nach wie vor ist Brasilien eines der Lnder mit der ungerechtesten Landverteilung weltweit. Knapp 10 Prozent der Grundbesitzer verfgen ber mehr als 80 Prozent des Landes. Gleichzeitig besitzen knapp fnf Millionen Familien kein eigenes Land. Mittlerweile haben sich an die 250.000 Familien durch Landbesetzungen und deren Umwandlung in legale Siedlungen eine Existenzgrundlage schaffen knnen.

Die Hoffnung, dass sich unter der Prsidentschaft des Ex-Gewerkschafters Incio Lula da Silva die Agrarreform beschleunigen wrde, hat sich nicht erfllt im Gegenteil, in seinen ersten vier Amtsjahren nahm die Zahl der Ansiedlungen nicht einmal zu. Auch zu Beginn von Lulas zweiter Amtszeit gibt es kaum Grund fr Optimismus auf Seiten der Landaktivisten. Die Mittel, die der Agrarreform in 2007 zur Verfgung stehen, stiegen gerade mal um 0,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Trotz der politischen Nhe zwischen Lulas Arbeiterpartei PT und dem MST kndigten die Aktivisten bereits an, den Druck sowohl politisch wie auf der Strae zu erhhen.

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