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Mehr als 500 Tote in den vergangenen drei Monaten

Karibik | 12.02.2007

(Fortaleza, 12. Februar 2007, adital).- Oberst Magno Barrosso, der Oberbefehlshaber des brasilianischen Blauhelm-Kontingents, besttigte die Festnahme sieben weiterer Mitglieder bewaffneter Gruppen in Cit Soleil, dem Slum im Norden der Hauptstadt Port-au-Prince. Die Einstze sollen dort auch in den kommenden Tagen fortgesetzt werden. Die Zeitung Angola Press informierte ber die Verletzung zweier Blauhelmsoldaten. Einer der beiden sei Brasilianer.

Barrosso sagte weiter, die auslndischen Truppe htten bei der Besetzung des Wohnhauses des flchtigen Bandenanfhrers Evans Ti Kouto mehr als 5.000 Schuss Munition verschiedenen Kalibers sichergestellt. Die lokalen Medien berichten dagegen von nur einer gefundenen Pistole. Nach Informationen des Radiosenders Kiskeya sei der mchtige Bandenchef am Leben und erfreue sich bester Gesundheit. Gerchte hatten ber einen angeblichen Selbstmordes spekuliert. Am Freitag, zu Beginn des Einsatzes der Blauhelme, bekundete Evans Ti Kouto in einem der Radiosender der Hauptstadt, er beabsichtige, seinem Leben ein Ende zu setzen, nach dem er einen seiner Stellvertreter, bekannt unter dem Pseudonym Vanyan Atis, verloren hatte.

An diesem Tag kreisten beinahe 700 Soldaten der UN-Stabilisierungsmission MINUSTAH mit Untersttzung gepanzerter Fahrzeuge, Helikopter und Aufklrungsflugzeuge den Stadtteil Boston der Kstenstadt Cit Soleil ein. Es war der Auftakt zu einer Militraktion, die das gesamte Wochenende andauern sollte. Der Einsatz fhrte zu einer Massenflucht der Zivilbevlkerung in andere Stadtteile sowie zu zahlreichen Gegendemonstrationen. Neben scharfer Munition setzten die UNO-Soldaten auch Trnengas ein.

Die nationale Bischoffskommission fr Frieden und Gerechtigkeit schtzt die Zahl der in den haitianischen Straen zu Tode Gekommenen auf 539. Die sei das Ergebnis der Kampfhandlungen seitens der Banden wie auch der Blauhelm-Soldaten.

Trotz des bevorstehenden Ablaufes des Mandats der UN-Mission MINUSTAH, das ursprnglich fr den vergangenen Donnerstag vorgesehen war, hat sich der Sicherheitsrat der UNO noch nicht ber die endgltige Dauer des Einsatzes verstndigt. Er solle aber um mindestens acht Monate verlngert werden, beschloss der UN-Rat in der vergangenen Woche.

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