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ZapatistInnen kritisieren Aggressionen von Paramilitärs

Mexiko | 11.03.2007

(Mexiko-Stadt, 12. März 2007, adital-poonal).- Das Menschenrechtszentrum Fray Bartolomé de las Casa aus San Cristóbal im südmexikanischen Bundesstaat Chiapas zeigte in der vergangenen Woche mehrere Angriffe gegen zapatistische Basen an, die sich in den letzten Monaten ereignet hatten. Die Aggressionen seien in erster Linie von Mitgliedern der paramilitärischen Organisation zur Verteidigung der Indígena- und Bauernrechte OPDDIC (Organización para la Defensa de los Derechos Indígenas y Campesinos) ausgegangen. Gewaltdrohungen gegen Dutzende Gemeinden, kontinuierliche Bedrohungen durch bewaffnete Personen, die Vernichtung von Feldern, Landraub, Entführungen, Angriffe gegen schutzlose Personen, Schießereien und die Vertreibungen von Familien gingen auf das Konto der OPDDIC, informierte auch Hermann Bellinghausen, der Chiapas-Experte der linken mexikanischen Tageszeitung La Jornada.

Nach Angaben eines Rats der Guten Regierung der Zapatisten haben beispielsweise am 6. Januar Mitglieder der OPDDIC in der Siedlung El Nance eine Gruppe von Menschen aus der zapatistischen Basis gewalttätig angegriffen. Die Paramilitärs hätten behauptet, „das Land gehört nun nicht mehr euch,“ und die ZapatistInnen gezwungen, ihren Wagen zu verlassen. Dann hätten sie damit gedroht, das Fahrzeug mit Benzin anzuzünden.

Wie der zapatistische Rat der Guten Regierung „Weg der Zukunft“ aus La Garucha vor einer Brigade von BeobachterInnen aus sieben Ländern berichtete, hätten die OPDDIC-Mitglieder Gräben um die Ortschaft El Nance errichtet. Zudem seien die OPDDIC-Leute „immer bewaffnet wie Soldaten“. Sie hätten die Zäune der ZapatistInnen niedergerissen, um ihr Vieh auf deren Maisfeldern weiden zu lassen, und fünf Hektar Wald beschlagnahmt. Seither drohten sie ständig damit, dass es einen gewaltsamen Zusammenstoß geben werde, der mit der Vertreibung der Zapatisten enden werde. „Im Moment zäunen sie immer mehr Wald ein und fällen die Bäume ohne Erlaubnis“, informierte der autonome Rat der Guten Regierung.

Die Feindseligkeiten der OPDDIC in dieser Gemeinde begannen bereits im Jahr 2002. Im Jahr 2004 eröffnete die Organisation eine juristische Offensive gegen die Autonomen, die in der 2. Hälfte des Jahres 2006 richtig Erfolg hatte. So sollen den zapatistischen Gemeinden Tausende von Hektar Land weggenommen werden, das diese seit über einem Jahrzehnt bebauen. Inzwischen würden sich die OPDDIC-Leute immer mehr ausbreiten und bauten dabei erklärtermaßen auf die Unterstützung des föderalen Agrarministeriums und der Staatsanwaltschaft, die sich mit landwirtschaftlichen Angelegenheiten befasst, kritisieren die Zapatisten.

Laut der Anzeige der autonomen Behörden und der Bewohner von Nuevo Rosario haben die Aggressionen seit dem 17. Januar 2006 stetig zugenommen. Mitglieder der OPDDIC seien damals 400 Meter weit in den Ort vorgedrungen, dessen Gesamtfläche sich auf fünf Hektar beläuft. Sie hätten einen Stall in Brand gesetzt, Umzäunungen (28 Drahtrollen) entfernt und diese entwendet. Zudem hätten sie den Gemeinschaftsofen zerstört und die Kapelle mit höhnischen Worten beschmiert: „Wenn es Marcos reicht, soll er doch kommen”.

Der Zapatist Alonso Rodríguez sei geschlagen und gezwungen worden, seinen Austritt aus der Organisation zu unterschreiben. Das Gemeindemitglied José Rodríguez sei gefesselt und mit zwei Drahtrollen beladen worden, die er nach Nueva Jerusalén tragen sollte. Auch dessen Frau sei geschlagen worden, als sie versucht habe, ihn zu verteidigen. Am 18. Januar 2006 um 8:00 Uhr habe man José Rodríguez wieder freigelassen und ihm gedroht: „Ihr werdet keine Ruhe finden, und wenn wir euch mit Gewalt rauswerfen.“ Im Juni 2006 seien die OPDDIC-Leute zurückgekommen, hätten die Umzäunungen durchgeschnitten und das Vieh in die Maisfelder getrieben, bis die Pflanzungen zerstört gewesen seien.

Am 20. Februar 2007 seien die Maisfelder erneut von Vieh der OPDDIC-Mitglieder niedergetrampelt worden. Insgesamt seien 43,5 Hektar Ackerland betroffen gewesen; 300 Kaffeepflanzen seien zerstört worden. Am gleichen Tag hätten die Angreifer mit drei Motorsägen Kiefern in der zapatistischen Gemeinde gefällt. Für den Abtransport des Holzes seien 140 Personen gekommen. Am Donnerstag, den 22. Februar, seien sie zurückgekehrt, um den Rest des Berges zu roden. Als die ZapatistInnen kamen, seien sie bereits wieder verschwunden gewesen.

Die Angreifer stammen wahrscheinlich aus den Gemeinden Jaibolito und Jerusalén, das zu Cuxulhá gehört. Es handelt sich dabei um Mitglieder der Verbände OPDDIC und ORCAO (Regionaler Verband der autonomen Kaffeeanbauer Ocosingo AC). Bei ihren Einsätzen tragen sie Gewehre vom Kaliber 22. In der Gemeinde Nuevo Rosario distanzierte sich José Pérez Gómez, Kopf der ORCAO und Gemeinderat von Ocosingo, von den Aktionen seiner Mitstreiter. Er erklärte, die Übergriffe würden mit Ausschluss aus den Verbänden geahndet.

« Massive Abschiebungen Jährlich werden 73.000 Hektar Wald zerstört »

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