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Tod der Menschenrechtlerin Digna Ochoa wird neu aufgerollt

Mexiko | 15.03.2007

(Mexiko-Stadt, 16. Mrz 2007, npl).- Es war ein Schock fr breite Teile der mexikanischen Gesellschaft. Am 19. Oktober 2001 wurde die bekannte Menschenrechtsanwltin Digna Ochoa erschossen in ihrem Bro in Mexiko-Stadt aufgefunden. Die zuvor mehrfach bedrohte Ochoa war einem Mord zum Opfer gefallen, so die feste berzeugung. Umso unglubiger viele Reaktionen, als die fr die Ermittlungen eingesetzte Sonderstaatsanwltin knapp zwei Jahre spter zu dem abschlieenden Ergebnis gelangte, Ochoa habe sich umgebracht. Alle Hinweise auf Unregelmigkeiten bei den Untersuchungen und von Ochoas Familie auf eigene Faust gesammelte Indizien wurden von der zustndigen Hauptstadtjustiz abgeschmettert. Nach einer sich ber Jahre hinziehenden und letztlich erfolgreichen Anfechtungsklage der Angehrigen wird der Fall jetzt doch noch einmal untersucht.

Rodolfo Crdenas, der erst vor wenigen Monaten ernannte neue Generalstaatsanwalt von Mexiko-Stadt, erklrt nun, es gbe keine ausreichenden Elemente, um beweiskrftig festzustellen, ob Digna Ochoa sich das Leben nahm oder ermordet wurde". Fr Jess Ochoa y Plcido, den Bruder der Toten, bedeutet der Schwenk der Behrden, "wieder bei Null anzufangen". Die Familie der Menschenrechtlerin hatte in den vergangenen Jahren unabhngig von der Staatsanwaltschaft Experten unter Vertrag genommen, deren Indizienauswertungen die Mordthese sttzen.

Es sieht so aus, als ob diese Auswertungen jetzt von offizieller Seite zur Kenntnis genommen werden mssen. Sie sind in einem Dokument von 400 Seiten zusammen getragen. Mglicherweise tauchen auch neue Zeugenaussagen auf. So berichtet die Tageszeitung "La Jornada" in ihrer Donnerstagausgabe ber eine erstmals aussagebereite Person, die ein Gestndnis von einem Auftragsmrder aus dem Bundesstaat Guerrero gehrt haben will. Dort hatte Digna Ochoa unter anderem kobauern aus dem Hochland gegen Lokalfrsten verteidigt.

Der "Fall Ochoa" ist fr die mexikanische Menschenrechtsbewegung nach wie vor eine offene Wunde. Viel dazu beigetragen hat die Tatsache, dass die ausgerechnet unter einer als links betrachteten Stadtregierung eingesetzte Staatsanwaltschaft zur Untersttzung ihrer Suizidthese anstelle wirklich berzeugender Beweise versuchte, die mehrfach fr ihre Arbeit mit Preisen ausgezeichnete Anwltin als "zwanghaft obsessiv" mit "schizoiden, antisozialen Verhaltensweisen und paranoiden Gedankengngen" posthum zu verunglimpfen. ber die Arbeit und den Tod von Digna Ochoa sind mehrere mexikanische und auslndische Dokumentarfilme gedreht worden. "Warum musste Digna Ochoa sterben?" titelte der unabhngige Hamburger Fernsehjournalist Michael Enger 2002 seinen Film. Sollten die neu aufgenommenen Ermittlungen eine fr alle eindeutige Antwort auf diese Frage haben, knnten sie eine Wunde schlieen.

Von Gerold Schmidt

« Haftbedingungen vor Gerichtshof fr Menschenrechte angeprangert Fhrte eine Vergewaltigung durch Soldaten zum Tod des Opfers? »

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