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Keine Fortschritte für die indigenen Völker

Brasilien | 09.08.2006

(Fortaleza, 9. August 2006, adital-poonal).- Im Jahr 2005 wurden in Brasilien 38 Indígenas ermordet, so viele wie seit zwölf Jahren nicht mehr. Gleichzeitig gab es die geringste Anzahl an Landzuerkennungen für indigene Gemeinden. Daten des Justizministeriums zufolge wurden 2005 lediglich fünf weitere Gebiete zu indigenen Gebieten (Tierras Indígenas) erklärt. Die Regierung unter Präsident Luiz Inácio Lula da Silva erklärte demnach durchschnittlich jedes Jahr sechs Gebiete zu indigenen Gebieten: In der bisherigen Regierungszeit wurden damit insgesamt 18 Gebiete mit einer Fläche von 8.749 Hektar zu indigenen Gebieten erklärt und 55 weitere offiziell zugesprochen. In ihrem Jahresbericht „El Mundo Indígena 2006“ kommt die Internationalen Gruppe für indigene Fragen IWGIA (Grupo Internacional sobre Asuntos Indígenas) nach drei Jahren Lula zu dem Schluss, dass es der aktuellen Regierung sowohl an Respekt als auch an genauer Kenntnis der indigenen Lebensrealität mangelt.

Im Verfahren zur Absteckung der Gebiete, die den indigenen Völkern in Brasilien zugesprochen werden sollen, wurden insgesamt 1,1 Mio. Quadratkilometer Land registriert. Die nationale Indígena-Behörde FUNAI (Fundação Nacional do Índio) hat bisher 604 indigene Gebiete anerkannt, von denen 480 bereits abgesteckt oder juristisch zugesprochen sind bzw. sich im Prozess der Absteckung befinden, während die restlichen 124 noch im Prozess der Identifizierung sind.

Angesichts des Wachstums der indigenen Bevölkerung und des Problems der Wiedererlangung des Landes verschärfen sich die Spannungen mit den so genannten „fazendeiros“, den Großgrundbesitzern, sowie Holzfällern und anderen Landbesetzern. Institutionen wie die Gesundheitsbehörde FUNASA (Fundação Nacional de Saúde) und die FUNAI, die eigentlich die indigene Bevölkerung unterstützen sollten, verlieren immer mehr an Glaubwürdigkeit.

Amnesty International (AI) beklagt in einem Bericht, dass die indigenen Völker in Brasilien weiterhin unter Gewalt, Armut, Hunger, Diskriminierung und Landmangel zu leiden haben. AI empfiehlt in diesem Zusammenhang, dass die „brasilianische Regierung eindeutige Prioritäten auf die Entwicklung klarer und spezifischer Strategien für die anhaltenden Probleme auf dem Gebiet der Menschenrechte und der Verteilung des Bodens entwickeln muss, die die brasilianische Bevölkerung betreffen“.

Nicht nur die gestiegene Zahl an Morden und Gewaltverbrechen an Indígenas sind Thema der Kritik. Die nationale und internationale Presse prangert Brasilien als ein Land an, in dem der Hunger indigene Kinder tötet. Der Bundesstaat, der am meisten davon betroffen ist, ist Mato Grosso do Sul, wo es auf einer Fläche von wenig mehr als 20.000 Hektar 29 Guaraní-Dörfer mit etwa 30.000 Einwohnern gibt. Offiziell gibt es dort jedoch 100.000 Hektar Land, das als traditionelles indigenes Siedlungsgebiet anerkannt ist.

Auch die Gesundheitsversorgung in den indigenen Gemeinden erlitt einen herben Rückschlag. Die FUNASA wurde von einer Strukturreform betroffen, die die Regierung unter Lula da Silva einleitete. Dieses neue Modell sah eine Zentralisierung des Systems vor und führte im Endeffekt dazu, dass weniger Gelder aus dem Bundeshaushalt die benötigten Stellen erreichten.

« Mehr Schutz vor häuslicher Gewalt „Die Verfassungsgebende Versammlung soll die gesamte Macht erhalten“ »

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