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Inflation und Lebensmittelknappheit beunruhigen die Wirtschaft

Venezuela | 20.03.2007

(Caracas, 21. Mrz 2007, na-poonal).- Aufgrund der Lebensmittelknappheit muss ein Groteil der Venezolaner derzeit auf Grundnahrungsmittel wie Rindfleisch, Huhn, Milch und Zucker verzichten. Vertreter der Lebensmittelindustrie machen hierfr die staatliche Preiskontrolle und die gestiegene Inflation verantwortlich. Der Prsident Hugo Chvez hingegen sieht die Ursache bei den Unternehmern mit ihrem Hamsterverhalten und ihren Spekulationen. Es geht um ein nationales Interesse, um die Ernhrung unseres Volkes, und es kann nicht angehen, dass die in den Hnden einiger verantwortungsloser Subjekte liegt, die nur Geld verdienen wollen und denen es egal ist, wie es um die Ernhrung der Bevlkerung bestellt ist erklrte Chvez krzlich in seiner Sendung Al presidente.

Ein neues Gesetz, das am 17. Februar verabschiedet wurde, sieht mehr als sechs Jahre Gefngnis, hohe Geldstrafen und in Extremfllen sogar Ausbrgerung als Strafen fr Hamstertum und Spekulationen vor. Antonio Fernndez, 72 Jahre alt und Inhaber einer Metzgerei in Caracas, hat sich dafr entschieden, seine Waren bis auf Weiteres zu den vorgegebenen Preisen anzubieten. Da ihn jedes Rind derzeit ber 1.200 US-Dollar kostet, verliert er pro Stck, das er verkauft, mehr als 100 US-Dollar. Frher belief sich sein wchentlicher Einkauf auf sieben, jetzt sind es durchschnittlich nur noch 2,5 Rinder. Wir kaufen nicht mehr so viel wie frher: Je mehr du einkaufst, desto mehr Geld verlierst du, erklrt Fernndez. Vor den Kontrollen hat er kapituliert. Zwei oder drei Monate knnte er noch durchhalten; wenn die Kontrollen danach weitergehen, werde er sich entweder zur Ruhe setzen oder eine neue Unternehmensstrategie entwickeln mssen.

Chvez hatte die Preiskontrolle fr Grundnahrungsmittel vor drei Jahren eingefhrt, um die Inflation in Schach und die Preise fr Lebensmittel erschwinglich zu halten. Des weiteren wurde die Kette Mercal von der Regierung ins Leben gerufen, die in 14.000 Filialen Lebensmittel an die arme Bevlkerung verkauft. Trotz dieser Manahmen stieg die Inflation in Venezuela im Februar auf 20 Prozent und erreichte damit den hchsten Stand in der gesamten Region. Die staatliche Whrung Bolvar verfiel in diesem Jahr am Markt um 16 Prozent und gilt nach Angaben der Wirtschafts- und Finanznachrichtenagentur Bloomberg als die Whrung mit der ungnstigsten Wertentwicklung weltweit.

Die staatliche Devisenzuteilungsbehrde, die die Importeure mit Dollars versorgt, kann die enorme Nachfrage nicht erfllen, so dass ein riesiger Schwarzmarkt entstanden ist, auf dem nach Angaben von Noel lvarez, Prsident des Unternehmerverbands Nationales Gremium fr Handel und Dienstleistungen Consecomercio (Consejo Nacional del Comercio y los Servicios) tglich ber 40 Millionen Dollar umgesetzt werden. Da Venezuela drei Viertel seiner Lebensmittel importiert, ein Viertel davon aus den USA, darunter Weizen, Mais und Soja, trgt ein schlecht funktionierendes Wechselsystem zu Engpssen in der Nahrungsmittelversorgung bei.

Die Inflation war aufgrund der hheren Haushaltsausgaben, die sich unter Chvez in den letzten drei Jahren verdoppelt hatte, erheblich gestiegen. Die Regierung hatte durch Anleihen, die sich gemeinsam mit den von ihr bernommenen argentinischen auf 5,1 Milliarden beliefen, sowie mit der Senkung der Mehrwertsteuer von 14 Prozent auf 11 Prozent die Liquiditt des Landes stark gefhrdet.

Vertreter der Lebensmittelindustrie beharren auf dem Standpunkt, dass die Preiskontrolle, so wie sie derzeit praktiziert wird, nicht funktionieren kann. Luis Rodrguez, Prsident der Vereinigung der Supermrkte und Geschfte, setzt auf die Bildung von Gremien aus Regierungsvertretern und Angehrigen des privaten Sektors, die gemeinsam zu einer Modifizierung der Preiskontrolle und damit zu einem graduellen Abbau der Lebensmittelknappheit beitragen knnten.

Angesichts der Klagen von Seiten der Lebensmittelhndler und Metzger, dass mit der aktuellen Politik der Preiskontrolle kein Geld zu verdienen sei, argumentiert die Regierung, dass die Unternehmer ihre Gewinnspanne minimieren und ihren sozialen Verpflichtungen nachkommen sollten. Die verlieren doch nichts dabei. Diese Leute verlieren nie irgendwas, so Desire Santos Amaral, Vizeprsidentin der Nationalversammlung. Was die wollen, ist einfach eine Gewinnspanne von ber 100 Prozent.

Jos Guerra, Volkswirt und ehemaliger Chef der Wirtschaftsforschung der Zentralbank, frchtet, die aktuelle Wirtschaftspolitik knne in eine Sackgasse fhren. Das grte Problem ist die Gefhrdung der Rentabilitt, so Guerra. Mit Verlusten zu arbeiten und dabei ohne Zuschsse auszukommen, wird auf Dauer schwierig.

Whrend die Regierung mehreren Lebensmittelherstellern vorwirft, die Verbraucher zu boykottieren, fhlen sich viele von ihnen von der Regierung boykottiert. Obwohl einige Anhnger des Prsidenten Chvez dahinter eine Intrige der Unternehmer vermuten, die die Wirtschaft destabilisieren soll, frchten andere, dass der Prsident den Moment ausgenutzt hat, um eines Teils der Lebensmittelversorgung habhaft zu werden und den Lebensmittelherstellern deutlich zu machen, dass man sich seinen Bedingungen zu unterwerfen habe oder sonst die Konsequenzen tragen msse. Es handelt sich um eine Taktik innerhalb einer Strategie, mit deren Hilfe die Regierung in den privaten Sektor intervenieren und sich die Wirtschaft zu eigen machen will, meint Guerra.

Von Jos Orozco

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