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Die linke Journalistin Olga Cedeño ist gestorben

Karibik | 01.04.2007

„Fröhlich und solidarisch“, so beschreiben FreundInnen die dominikanische Journalistin Olga Cedeño, die in der Nacht zum Samstag, den 14. April, in einer Klinik in Santo Domingo einer Herzerkrankung erlegen ist. Die Mutter zweier Töchter wurde 69 Jahre alt. Lesern von Poonal wird sie vielleicht noch als Korrespondentin der in Costa Rica angesiedelten Nachrichtenagentur „SEM – Servicio Especial de la Mujer“ bekannt sein. Im Auftrag von SEM lieferte sie auch zahlreiche Hintergrundberichte aus der Dominikanischen Republik für Poonal.

Jammern gehörte nicht zum Lebensprogramm von Olga Cedeño. Und von den guten alten Zeiten zu erzählen, während das Elend um sie herum weitergeht, auch nicht. Eine Frau der Tat war sie, unprätentiös und uneitel. „Mich kennt doch keiner.“ Wo andere sich in minutiösen Diskussionen erschöpfen, überlegte sie lieber, wie die Flugblätter gedruckt und verteilt werden konnten. Eine Frau der Praxis, die Waffen versteckte, als die revolutionäre Bewegung in der Dominikanischen Republik gegen die „Gringos“ kämpfte; die den maoistischen Machos den Rücken kehrte, als diese meinten, Frauen sollten lieber ihre verquasten Pamphlete abtippen.

Olga Cedeño wurde am 7. Juli 1937 in der Provinzhauptstadt Higuey im Osten der Dominikanischen Republik geboren. Mit ihrem ersten Ehemann, einem Offizier, zog sie in die Hauptstadt Santo Domingo. Während ihr Mann weiterhin dem nachtrujillistischen Staat diente, versteckte die 27 Jahre alte Olga unter dem Ehebett Waffen für die revolutionäre Bewegung „14. Juni“. Als verfassungstreue Militärs sich gegen die reaktionäre Militärjunta im April 1965 erhoben, verließ Olga Cedeño mit einem alten FAL-Gewehr Heim und Herd, um sich in der befreiten Zone der Altstadt den bewaffneten Kommandos anzuschließen. „Wir waren eine große Kommune“, erzählte sie mir, als ich sie später für die Lateinamerika-Zeitung ILA über ihre Partizipation in der „Revolución del April 65“ und die Rolle der Frauen interviewte, „wir hatten zwar Angst, aber wir wussten, warum wir kämpften.“ Der Kampf ging nach einem halben Jahr verloren, US-Truppen rückte in die mit vielen Menschenleben verteidigte Zona Colonial ein.

Olga Cedeño blieb dieser Zone erhalten. In einer kleinen Wohnung lebte sie von einer kleinen Pension. Über Jahre arbeitete sie als Sekretärin der dominikanischen Studentenföderation, agierte für maoistische Parteien, bis sie die elitäre und machistische Attitüde dicke hatte: „Wir waren wie Prediger und die Männer steckten uns in Versammlungen Zettelchen zu, was wir sagen sollten. Die haben gar nicht gemerkt, wie machistisch sie sich aufgeführt haben. Aber das hat sich ja bis heute nicht geändert bei den politischen Organisationen“, sagte sie auch über sich selbst und ihre Geduld kopfschüttelnd in dem Interview im Februar 2005.

Sie studierte später Journalismus, arbeitet als Kolumnistin bei einigen Tageszeitungen in der Dominikanischen Republik und als Korrespondent für Nachrichtenagenturen und FEMPRESS sowie SEM. Als ich sie besuchte, zeigte sie mir Stolz aufgeklebte Meldungsausschnitte von Poonal. „Die Revolution des April hat mich nicht nur bereichert, sondern für immer meine Vision des Lebens verändert“, sagte sie mir damals. Anpassen wollte und konnte sie sich nicht mehr, auch einer vermeintlichen Parteidisziplin zu unterwerfen fand sie absurd. „Soy del Caribe y Rebelde“.

Von Hans-Ulrich Dillmann

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