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Biobrennstoffe im Aufwind

Lateinamerika | 18.04.2007

(Buenos Aires, 18. April 2007, na).- Die massive Frderung der Produktion von Biobrennstoffen durch die Vereinigten Staaten, Brasilien und multinationale Holdings schrt in weiten Teilen Lateinamerikas und der Karibik die Angst, dass eine ausschlieliche Nutzung von lfrchten und Getreide fr die massive Produktion von Biobrennstoffen zu Lasten der Lebensmittelversorgung und der traditionellen Ernhrung der Bevlkerung geht.

Der Treibhauseffekt, der auf den durch die Verbrennung von Erdl entstehenden Gasaussto zurckzufhren ist, sowie die absehbare Erschpfung der Vorrte, haben die Weltmchte und die transnationalen Konzerne dazu veranlasst, nach alternativen Energien zu suchen. Als Verbndeter wurde Brasilien, weltgrter Hersteller von Biobrennstoffen, gewonnen.

Das erste Alarmsignal entsandte Mexiko, wo der Mais, der wichtigste Grundstoff des Hauptnahrungsmittels Tortilla, in wenigen Tagen um 70 Prozent angestiegen ist: Von Ende 2006 bis Mitte Januar 2007 kletterte der Kilopreis von 0,73 US-Dollar auf 1,20 US-Dollar. Grund dafr war der abrupte Preisanstieg des Maises in den Vereinigten Staaten. Die erhhte Nachfrage der Ethanol-Hersteller hatte zu einer Abnahme des fr den Export bestimmten Anteils der Maisernte gefhrt.

Ab 2010 sind die Vereinigten Staaten, die EU-Lnder sowie Brasilien und Argentinien gesetzlich verpflichtet, je fnf Prozent ihres Benzin- und Dieselverbrauchs ber die Verwendung von Bioethanol und Biodiesel zu decken. Bioethanol wird durch die Destillation von Mais oder Zuckerrohr gewonnen, Biodiesel wird auf der Grundlage von lpflanzen, vornehmlich Soja, Sonnenblumen, Sorgho und Palmen, erzeugt. Die Armen dieser Welt sind immer noch dazu verdammt, die reichen Lnder mit ihren multinationalen Konzernen mit Rohstoffen zu versorgen. Jetzt sind es ihre Biobrennstoff-Fabriken. Sie zwingen unsere Regierungen, groe Flchen fr den Anbau von Mais, Sonnenblumen, Zuckerrohr oder Palmen zur Verfgung zu stellen. Und es ist ihnen egal, ob es sich dabei um Weideland oder um Wlder handelt und ob es die Ernhrungssouvernitt der Bevlkerung gefhrdet, erklrt Gerardo Snchez, Koordinator des Stndigen Agrarkongresses (Congreso Permanente Agrario) in Mexiko.

Andere, wie der argentinische Diplomlandwirt Hctor Huergo, stehen der Biobrennstoffproduktion weitaus positiver gegenber. Aufgrund mangelnder Rentabilitt drohte der Mais vom Markt zu verschwinden. Dem Beginn der ra der Biobrennstoffe haben die Rohstofferzeuger eine erhebliche Preissteigerung ihrer Produkte zu verdanken. Durch die Ethanolproduktion ist der Fortbestand des Maisanbaus gesichert, so Huergo. Der Journalist der argentinischen Zeitung Clarn wird von den Gegnern genetisch vernderter Produkte auch hin und wieder als Sprecher von Monsato bezeichnet in Anspielung auf den gleichnamigen multinational operierenden Genfood-Hersteller.

Die Debatte spitzte sich mit dem Besuch des US-Prsidenten George W. Bush in Brasilien, Uruguay, Kolumbien Guatemala und Mexiko im Mrz dieses Jahres zu. Das Thema Bioenergien hatte bei dieser Reise im Vordergrund gestanden. Bush einigte sich mit dem brasilianischen Staatschef Luiz Incio Lula da Silva auf die gemeinsame Errichtung von Ethanolproduktionssttten in Mittelamerika sowie die Lizenzierung der brasilianischen Technologie fr Bolivien, Paraguay und Uruguay. Bush erreichte auch, dass in Argentinien das Gesetz 26.093 in Kraft tritt. Das Gesetz sieht fr Betreiber von Werken fr die Produktion von Biobrennstoffen grozgige Zugestndnisse in Punkto Steuererleichterungen sowie vorgezogene Rckzahlung der Mehrwertsteuer vor.

Trotz der Proteste und Warnungen, dass die Verwendung von Biokraftstoffen den Treibhauseffekt nicht verringere und nur die Armut und den Hunger in der Welt verschlimmere, da die Bodennutzung statt der Ernhrung von Menschen nun der Rohstoffproduktion unterworfen werde, wurde der Vorschlag von der Mehrheit der Regierungen in der Region gekauft.

Der uruguayische Prsident Tabar Vzquez erwgt die Mglichkeit eine ehemalige lfabrik fr die Biodieselproduktion umzursten. Das staatliche Energieunternehmen ANCAP (Administracin Nacional de Combustibles, Alcohol y Prtland), das mit der Herstellung von Brennstoffen, Alkohol und Zement betraut ist, erklrte, dass es 40 Millionen US-Dollar in die Errichtung eines Biokraftstoffwerks investieren werde. 100.000 Hektar Land mssen dann fr die Anpflanzung von Sonnenblumen, Sorgho, Zuckerrohr und Zuckerrben bereitgestellt werden. Der kolumbianische Staatsbetrieb ECOPETROL (Empresa Colombiana de Petrleos) stellte 23 Millionen US-Dollar fr die Errichtung eines Biodieselwerks in der Umgebung von Barrancabermeja, 300 km nrdlich von Bogot zur Verfgung. Ab 2008 wird die jhrliche Palmlproduktion voraussichtlich auf etwa 100.000 TM ansteigen.

Dem gestiegenen Energiebedarf im Norden steht heute die Ernhrungssicherheit im Sden gegenber, erklrt der Spanier David Llistar vom Netzwerk Observatorio de la Deuda en la Globalizacin, einem Gremium von Globalisierungsgegnern, gegenber der Tageszeitung Clarn in Buenos Aires. Unser Recht auf Klimaanlage oder Luxusautos konterkariert das Recht der MexikanerInnen, sagen wir, sich von Maistortillas zu ernhren.

Von Alejo lvez

« Gremium zur Integration der Energiepolitik gegrndet Abtreibungsgesetz in Mexiko-Stadt liberalisiert »

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