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Kirchlicher Widerstand gegen liberales Abtreibungsgesetz

Mexiko | 02.05.2007

(Mexiko-Stadt, 2. Mai 2007, npl).- Auch wenn der Vatikan jngst die Vorhlle abschaffte, so sehen konservative mexikanische Kirchenkreise die Seelen von Hauptstadt-Brgermeister Marcelo Ebrard und zahlreicher Ratsabgeordneter in hchster Gefahr. Eine Woche, nachdem eine breite Mitte-Links-Mehrheit der Lokalparlamentarier ein liberales Abtreibungsgesetz fr Mexiko-Stadt verabschiedete, schlagen die Wogen immer noch hoch. Viele Gegner der Reform, allen voran Erzbischof Kardinal Noberto Rivera, wollen sich mit ihrer Niederlage nicht abfinden.

Die Kirche droht denjenigen, die fr die Straffreiheit der Abtreibung in den ersten zwlf Schwangerschaftswochen stimmten, mit der Exkommunikation. Ein Bischof sprach gar von "Hitlerianern". Das Personal im Gesundheitssektor der Hauptstadt wird offen zur Dienstverweigerung aus Gewissensgrnden aufgefordert. Brgermeister Ebrard, der das Votum der Stadtversammlung so schnell wie mglich umsetzen will und Informationskampagnen unter anderem an Schulen angekndigt hat, ist von der Kirchenhierachie zum "kleinen Diktator" befrdert worden. Er miniere das Recht.

Doch die Mexiko-Stadt regierende links-gemigte Partei der Demokratischen Revolution (PRD) wei in der Abtreibungsfrage den greren Teil der Bevlkerung und fast alle Oppositionsparteien hinter sich. Anders als noch vor Jahren steckt sie diesmal nicht zurck. Ebrard erwiderte dem Kardinal: "Wir sind im 21. Jahrhundert, nicht im 16. Einmal in der Offensive, berlegt die Stadtverwaltung, mehrere Grundstcke von der Kirche zurck zu fordern. Sie waren dem Erzbistum vor fnf Jahren fr nie ausgefhrte Erweiterungsbauten im Umfeld der Basilika von Guadalupe, der wichtigsten Pilgersttte Mexikos, berlassen worden.

Dieses Beispiel zeigt, dass es beim aktuellen Konflikt um mehr als die Abtreibungsfrage geht. Seit dem Jahr 2000 stellt die klerikal-konservative Partei der Nationalen Aktion (PAN) den mexikanischen Prsidenten. Die katholische Kirche hat das zu Versuchen genutzt, an Einfluss zu gewinnen und die in der Verfassung klar festgeschriebene Trennung zwischen Kirche und Staat aufzuweichen. Ihr eiferndes Engagement gegen die Abtreibungsreform ist durchaus ein weiterer Testballon, der von der PAN durch Spots in den Medien begleitet wurde.

Allerdings knnte ein Boomerang daraus werden. Obwohl fast 90 Prozent der mexikanischen Bevlkerung Katholiken sind, folgen sie der Kirche in Fragen der Doktrin nur sehr bedingt. Die Partei der Demokratischen Revolution, in der Hauptstadt wegen ihres Pragmatismus und hufiger Scheu vor heien Eisen zunehmend der Profillosigkeit angeklagt, hat Strke und Geschlossenheit zurck gewonnen. Besonders gefhrlich fr die PAN: In Mexiko-Stadt stellten sich auf der lokalen Ebene auch Parteien gegen sie, auf deren fr die absolute Mehrheit notwendigen Stimmen sie sich im Bundesparlament meistens verlassen kann.

Die konservative Partei scheint ihre Lehren daraus gezogen zu haben. Zwar schliet sie eine Verfassungsklage gegen die Abtreibungsreform nicht vllig aus. Zudem hat der PAN-Gesundheitsminister erklrt, Hauptstadt-Krankenhuser unter Verantwortung der Zentralregierung seien nicht verpflichtet, abtreibungswillige Frauen zu behandeln. Doch andererseits gehen Parteimitglieder auf vorsichtige Distanz zur Kirche und rufen zu rhetorischer Migung auf.

Von Gerold Schmidt

« Journalisten leben immer gefhrlicher Proteste gegen neues Rentengesetz »

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