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Die Geheimnisse des Konzerns Chiquita Brands International

Kolumbien | 18.05.2007

(Bogot, 18. April 2007, na-poonal).- Chiquita Brands International, einer der weltgrten Bananenkonzerne, wurde am 15. Mrz vor einem US-amerikanischen Gericht der Zahlung von Schutzgeldern an paramilitrische Gruppen in Kolumbien schuldig befunden und zu einer Geldstrafe in Hhe von 25 Millionen US-Dollar verurteilt. Das Urteil hat viele alte Geschichten erneut ins Licht der ffentlichkeit gerckt, war doch der Chiquita-Konzern bei weitem nicht der einzige in Kolumbien, der sich der Untersttzung der Paramilitrs durch finanzielle Zuwendung versicherte.

Vor dem US-amerikanischen Gericht gab der Bananenkonzern zu, zwischen 1997 und 2004 fr die Sicherheit seiner Mitarbeiter und seiner Anlagen Schutzgelder von insgesamt 1,7 Millionen US-Dollar in etwa 100 Einzelzahlungen an die im Norden des Landes operierenden paramilitrischen Vereinigten Selbstverteidigungsgruppen AUC (Autodefensas Unidas de Colombia) gezahlt zu haben. Soweit geht das Zugestndnis von Chiquita vor der US-amerikanischen Gerichtsbarkeit. Tatsache ist jedoch, dass die finanzielle Untersttzung der Paramilitrs durch diesen Konzern sowie durch viele andere bereits lange vor 1997 begonnen hatte, und zwar im Rahmen eines staatlich gefhrten Projekts, das der wirtschaftlichen, politischen und militrischen Neuordnung der Region dienen sollte, erklrt Gloria Cuartas Montoya.

Cuartas Montoya war zwischen 1995 und 1997 Brgermeisterin von Apartad im Verwaltungsbezirk Antioquia und nach eigenen Aussagen eine unbequeme Frau fr die Regierung lvaro Uribe wie auch fr die Bananenkonzerne und die transnationalen Interessen in der Region des Urab. Was sie [die transnationalen Konzerne] wollten, war eine neue Mglichkeit, die Bodennutzung in dieser Region zu kontrollieren. Dahinter steckte eine Allianz des internationalen Kapitals, mit dem Ziel, sich die riesige Mengen an Bodenschtzen in Urab einzuverleiben. Es ging um den Abbau von Kohle und Nickel sowie um die Gewinnung von Rohl. Die Bananenpflanzungen waren lediglich das einzige, was nach auen sichtbar wurde. Das gesamte Business stand zudem in enger Verbindung zum Drogenhandel, erklrt Cuartes.

Die Untersttzung der Paramilitrs durch den Bananenkonzern war jedoch nicht ausschlielich finanziell. Die Ermittlungen der kolumbianischen Staatsanwaltschaft ergaben, dass Chiquita Brands, mittlerweile unter dem Namen Banadex operierend, am 7. Dezember 2001 3.400 Gewehre des Typs AK-47 sowie 4 Millionen Patronen des Kalibers 7.65 transportiert, abgeladen und gelagert hatte. Die Waffen waren fr die vom mittlerweile legendren Carlos Castao gefhrten Paramilitrs bestimmt. Nach Angaben des Staatsanwalts Mario Iguarn wurden die Waffen aus dieser Lieferung von den Paramilitrs benutzt, um die linksgerichtete Guerilla aus der Region Urab zu vertreiben, wo Chiquita eine 4.000 Hektar groe Bananenplantage unterhielt. Es war ein verbrecherisches Komplott: Geld und Waffen im Austausch gegen die blutige Befriedung des in Antioquia gelegenen Urab, erklrte Iguarn. Cuartas, die ehemalige Brgermeisterin, ergnzt: Urab wurde Schauplatz von Massakern und Ermordungen. Soll das vielleicht ein Zufall sein, dass in nur drei Jahren, zwischen 1995 und 1997, in einem Ort mit 100.000 Einwohnern ganze 1.200 oppositionelle Angehrige sozialer Bewegungen und Gewerkschaften gezielt ermordet wurden?

Vor ihrer Entwaffnung im Jahr 2004 hatten die paramilitrischen Gruppen blutige Massaker veranstaltet, etliche Morde begangen und zahlreiche Menschen aus ihren Drfern vertrieben. Doch nicht nur Chiquita werden Beziehungen zu paramilitrischen Gruppen angelastet. Der US-amerikanische Bergbaukonzern Drummond Company Inc., der in der Provinz Cesar das zweitgrte Tagebau-Werk in Kolumbien betreibt, steht seit vier Jahren in Alabama, USA, wegen der Ermordung von Valmore Locarno Rodrguez, Vctor Hugo Orcasita und Gustavo Soler Mora im Jahr 2001 vor Gericht. Kohlearbeiter der Gewerkschaft Bergbau und Energie (Sindicato Nacional de Trabajadores de la Industria Minera y Energtica) beschuldigen den Konzern, Todesschwadrone mit der Ermordung der drei Gewerkschaftsfhrer beauftragt zu haben.

Untersttzung erhielten die Klger von Rafael Garca, einem langjhrigen Funktionr des kolumbianischen Geheimdienstes DAS (Departamento Administrativo de Seguridad). Nach eigenen Aussagen wurde Garca Zeuge, wie ein Mitarbeiter des Drummond-Konzerns einem Paramilitr einen Koffer mit Bargeld bergab und ihn mit der Ermordung der Gewerkschafter beauftragte. Garca befindet sich seit Mai vergangenen Jahres in Haft. Ihm wird vorgeworfen, Vorstrafen von Paramilitrs aus dem Archiv des DAS gelscht zu haben.

Auch der Coca Cola-Konzern wurde von der Gewerkschaft der Beschftigten in der Nahrungsmittelindustrie beschuldigt, von 1995 bis 1996 mit paramilitrischen Gruppen zusammengearbeitet und die Ermordung von sieben Gewerkschaftern in Auftrag gegeben zu haben. Auerdem sollen sie Dutzende kolumbianische Arbeiter aus ihren Drfern vertrieben haben, zwei sogar bis ins Ausland.

Der Skandal um Chiquita Brands hat auch die Mutmaungen ber Verbindungen des aktuellen Prsidenten Uribe zu paramilitrischen Gruppen wieder ins Licht der ffentlichkeit gerckt. Uribe grndete 1994 als Gouverneur der Provinz Antioquia die berhmte Convivir, die nichts anderes war als eine bewaffnete Miliz der Rechten, die in den Bezirken der Drogenhndler und in den fr die groen Konzerne strategisch wichtigen Zonen der Region operierte, wo in jenen Jahren auch die Paramilitrs erheblich an Boden gewonnen hatten. Mit Hilfe von Convivir gelang es Uribe, das herrschende Privatrecht rechtlich abzuschirmen. Das geschah natrlich illegal, nach auen sah man nur die Bewachung der Bananenplantagen und die Volkskommandos, erklrt Cuartas.

Von Susan Abad

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