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Verbrechen aus der Trujillo-Ära vor Gericht

Karibik | 12.06.2007

(Lima, 13. Juni 2007, na-poonal).- 46 Jahre nach dem Tod des dominikanischen Diktators Rafael Leónidas Trujillo (1930-61) verlangen Angehörige der Opfer sowie Organisationen aus der Zivilgesellschaft Aufklärung und Gerechtigkeit für Morde, Folter, Entführungen und illegale Festnahmen in Tausenden von Fällen. Trujillo regierte die Dominikanische Republik mit harter Hand vom 16. August 1930 bis zum 30. Mai 1961, als das Fahrzeug, in dem er unterwegs war, in einen Hinterhalt geriet und er im Kugelhagel starb. Die meisten der Angreifer waren Kollaborateure des Regimes gewesen.

Ein formales, von mehr als 20 Klageparteien unterstütztes Ersuchen zur Anklage ehemaliger Schergen des Regimes wurde am 30. Mai dem Generalstaatsanwalt Radhamés Jiménez Peña überreicht. In dem Schreiben heißt es: „Die Justiz der Dominikanischen Republik steht in einer historischen Schuld – sowohl den Opfern verschiedenster Verbrechen als auch deren Angehörigen gegenüber, deren Existenz aufgrund ihres Mutes und ihrer Hingabe auf grausame Weise gefährdet wurde und die in manchen Fällen auch mit ihrem Leben dafür zahlen mussten.“

Zu den Beschuldigten gehören der ehemalige Oberst Luis José León Estévez sowie César Rodríguez Villeta, Cándido Torres und José Ángel Rodríguez Villeta, die allesamt Mitglieder des Militärgeheimdienstes waren. Diese Behörde war verantwortlich für den Geheimdienstterror während des Regimes von Trujillo. Die Ankläger fordern für alle Beschuldigten je 30 Jahre Gemeinschaftsarbeit und eine Entschädigung in Höhe von 50 Mio. US-Dollar für „materielle und moralische Schäden“ infolge der beklagten Taten.

„Wir möchten Gerechtigkeit“, sagte Eduardo Díaz, der Präsident der Organisation „Fundación 30 de Mayo“, die der Generalstaatsanwaltschaft das Klageersuchen überreicht hat. Díaz erklärte, dass den Männern Mord, Folter, Entführungen sowie illegale Verhaftung und Freiheitsberaubung zur Last gelegt werden. „Zum Zeitpunkt der Folterungen, der Schnellexekutionen und der weiteren Taten, die zum Terror der so genannten Trujillo-Ära gehörten, wurden diese von den Rechtsgrundsätzen als Verbrechen angesehen“, sagte Díaz.

Nach Empfang des Ersuchens versprach Strafverfolger Jiménez Peña, den weiteren Rechtsweg zu bestreiten und setzte Bolívar Sánchez Veloz als ausführenden Generalstaatsanwalt für das Ersuchen ein. Unter den beklagten Verbrechen ist auch der Mord an den Schwestern und als „Las Mariposas“ bekannten Oppositionellen Patria, Minerva und María Teresa Mirabal vom 25. November 1960. Im Jahr 1990 erklärte die UNO den 25. November in Gedenken an die drei Frauen zum Internationalen Tag des Kampfes gegen die Gewalt gegen die Frau.

„Vom juristischen Standpunkt aus gesehen hat dieses Ersuchen echte Chancen, weiterbearbeitet zu werden und Erfolge im Sinne der Ankläger zu zeitigen“, sagte der Strafrechtsexperte Cándido Simón Polanco. „Dabei spielt es keine Rolle, dass bereits 46 Jahre vergangen sind. Diese Verbrechen fallen unter die Verbrechen gegen die Menschlichkeit, weswegen sie nie verjähren“, führte er weiter aus.

Cristina Díaz, Präsidentin von „Fundación Manolo Tavárez Justo“, einer weiteren Organisation aus der Zivilgesellschaft, die das Ersuchen unterstützt, erklärte, dass dieser Zeitpunkt besonders geeignet dafür sei, „diese Verbrecher“ endlich vor Gericht zu stellen, da „die aktuelle Gesetzeslage die Weiterverfolgung solcher Prozesse begünstigt“.

„Es ist wichtig, dass sich die Justiz und die gesamte Gesellschaft weiterentwickelt, um einen tatsächlich Rechtsstaat zu erreichen“, sagte Rafael Martínez, Generalsekretär von „Fundación Testimonio“, einer Organisation, die von ehemaligen politischen Gefangenen gegründet wurde und sich speziell der Wiederaneignung der Erinnerung an diese historischen Geschehnisse verschrieben hat. „Ich hoffe, dass alle verurteilt werden. Sie haben sowohl Oppositionelle als auch Menschen ohne jede Verbindung zur Politik brutal gefoltert“, so Martínez.

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