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Widerstand gegen Tilapiazucht im Cocibolca

Nicaragua | 03.09.2006

(San Jose, 4. September 2006, voces nuestras).- Hier trgt der mchtige Nicaraguasee eine sthlerne Maske: Zwei dutzend Stahlkfige sind vor der Kste der Insel Ometepe bereits fest verankert. Sie sehen aus wie im Wasser versenkte Silos von 30 Meter Umfang. An den Rndern befindet sich eine kreisrunde Plattform mit Gelnder und jede der berdimensionalen Tonnen ist per Laufsteg mit dem Festland verbunden. Der norwegisch-nicaraguanische Konzern Nicanor betreibt sie als Fischfarmen. Das ist nicht nur hsslich, fr das Gewsser hat die Fischzucht ungeahnte Folgen. Wir sprechen von Fischen, deren Gesamtgewicht sich auf drei Millionen Kilogramm pro Jahr addiert. Diese Masse bentigt so viel Sauerstoff, dass groe Sauerstofftanks gekauft werden mssten. Aber die Industriellen haben sich entschlossen, die Fische in den See zu setzen, wo die Strmung sie mit Sauerstoff versorgt. Das ist nicht nur kostenlos, sondern auch praktisch, weil die Fkalien in einem Schwung mit weg transportiert werden, sagt Salvador Montenegro, Direktor des universitren Zentrums fr die Erforschung von Wasserressourcen (CIRA) in der Hauptstadt Managua.

Fr den Konzern ist es ein Schnppchen. Er zchtet Tilapias, eine afrikanische Barschart, in den Schwimmkfigen, und Mutter Natur erledigt fr ihn das, was andere Firmen mit viel Mhe und Geld selbst konstruieren mssen. Um drei Millionen Kilogramm Fisch zu erzeugen, werden sechs Millionen Kilogramm verbraucht, weil das Tier fr jedes Gramm Krpergewicht zwei Gramm Nahrung zu sich nehmen muss. Und die Masse der Fkalien ist dementsprechend, sagt Montenegro. Ein gutes Geschft also nur fr die Industrie, kologische und soziale Folgekosten zahlt die Allgemeinheit. Die Auswirkung dieses massiven Eingriffs in das kosystem des grten Swassersees in Mittelamerika ist nicht einmal im Ansatz erforscht. Negative Folgen fr den Tourismus lassen indes nicht auf sich warten: Gestank, angeschwemmtes l und tote Fische machen den angrenzenden Hoteliers das Leben schwer.

Fr Salvador Montenegro ist das trinkbare Swasser des Cocibolca, wie die Einheimischen den Nicaraguasee liebevoll nennen, ein Schatz, den es wohl zu hten gilt. Bei der scheidenden Regierung Bolaos ist der Institutsleiter mit seinen Warnungen und seinem Entwurf fr ein Wassergesetz indes auf taube Ohren gestoen. Von den Wahlen im November verspricht er sich deshalb viel.

Gegrndet wurde Nicanor vom Neffen des Ministerprsidenten Bolaos. Dessen Familienbande haben gewiss nicht geschadet bei dem Bemhen um die Lizenz fr die Tilapiazucht. Mit der Lizenz in der Tasche verkaufte er die Firma zur Gnze an auslndische Investoren und mit 15 Millionen US-Dollar Kapital, die der norwegische Staat als Kredit gewhrte, begann 2002 die Tilapiazucht in dem See, dessen Oberflche 8000 Quadratmeter misst. Seitdem wird der Kampf dagegen von lokalen Aktivisten getragen, Untersttzung kommt vom Lutherischen Weltbund und der Nichtregierungsorganisation Centro Humboldt aus Managua.

Einen ersten Erfolg konnte die Allianz von Umweltschtzern und Hoteliers bereits erreichen. Gerichtlich gelang es die weitere Verbreitung der Schwimmkfige vorerst zu stoppen. Nicanor hatte bereits neue Kfige in eine Bucht gebracht, in der sich auch einige Hotels befinden. Diese musste er Konzern nun wieder abbauen. Geholfen hat uns ein gutes Medienecho in Nicaragua. Damit wir aber unsere eigene Stimme haben, berlegen wir jetzt, eine eigene Radiostation aufzubauen, sagt Molina, zugleich Hotelier und Vorsitzender der Umweltstiftung Ometepe.

« Frauen verstrkt Opfer von Gewalt und korrupten Behrden Manver Panamax 2006 begonnen »

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