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Gentechnik auf dem Vormarsch

Lateinamerika | 22.08.2006

(Lima, 23. August 2006, na-poonal).- Die Weigerung der meisten lateinamerikanischen Lnder, eine Pflichtkennzeichnung fr genetisch vernderte Lebensmittel einzufhren, verletzt nicht nur das Recht der Verbraucher informiert zu werden, sondern auch das Recht, frei zu entscheiden, welche Produkte sie kaufen.

In Peru beispielsweise ist es nicht mglich herauszufinden, ob bestimmte Lebensmittel genetisch verndert sind oder nicht. Das ist nicht nur allein darauf zurckzufhren, dass Hersteller genetisch manipulierter Lebensmittel gesetzlich nicht verpflichtet sind, Spuren genetisch vernderter Bestandteile zu kennzeichnen. Die Unternehmen weigern sich sogar die Verbraucher zu informieren, ob es sich um genetisch vernderte Produkte handelt. Jos Purizaca, Rechtsberater der Peruanischen Verbrauchergemeinschaft ASPEC (Asociacin Peruana de Consumidores y Usuarios) gab an, dass keine Beweise fr die Herstellung genetisch vernderter Lebensmittel in Peru vorliegen. Es werden jedoch verschiedene solcher Gen-Produkte aus anderen Lndern importiert. So importiert Peru Mais und Soja aus Argentinien, wo mehr als die Hlfte der Mais- und Sojaernte genetisch manipuliert ist. Soja und Mais sind die Grundlage zur Herstellung verschiedener Produkte wie z. B. Mehl, l, Sirup und Lezithin, was eine Kennzeichnung zwingend erforderlich macht. Purizaca jedoch gab an, dass ihm Vertreter verschiedener Unternehmen mitgeteilt htten, die Bevlkerung nicht ber genetisch vernderte Inhaltsstoffe in ihren Produkten informieren zu wollen.

Laut Elizabeth Bravo, vom Netz fr ein gentechnikfreies Lateinamerika RALLT (Red por una Amrica Latina Libre de Transgnicos) ist die Zahl der gentechnisch vernderten Produkte in Lateinamerika in den vergangenen Jahren gestiegen, besonders im Sdkegel Cono Sur. In einigen Lndern werden nun neue, gentechnisch vernderte Lebensmittel angebaut wie z.B. in Kolumbien (Mais und Wolle) und in Honduras (Mais).

Verschiedene Organisationen prangern ein von der Weltbank geplantes Projekt fr das Jahr 2007 an. Dieses sieht vor, die Behrden in Brasilien, Kolumbien, Costa Rica, Mexiko und Peru beim Umgang mit der Gefahr der Verseuchung herkmmlicher Produkte durch die Einfhrung von genetisch vernderter Wolle, Reis, Mais, Kartoffeln und Yucca zu beraten. In einem im Juni unter anderem durch das RALLT erstellten Bericht heit es, dass dieses Projekt mit dem Titel Beratung zur biologischen Sicherheit in verschiedenen Lndern Lateinamerikas gnstige Regelungen in solchen Lndern schaffen soll, deren Regierungen an Gentechnik interessiert sind. Diese Regelungen sollten dann als Modell zur Umsetzung in den Nachbarlndern dienen, womit jegliche ffentliche Debatte vermieden wrde. Dies bte den Unternehmen die Mglichkeit einen groen einzigartigen Markt fr ihre genetisch vernderten Anbauprodukte zu schaffen. Laut RALLT sei der Hauptgrund fr die Auswahl dieser fnf lateinamerikanischer Lnder, dass sie weltweit zu den wichtigsten Staaten gehren, die eine groe biologische Vielfalt aufweisen. Zudem werden in diesen Lndern vier der fnf Produkte angebaut, die das Projekt beinhaltet.

Nach Angaben von RALLT sei das langfristige Ziel des Projekts die Einfhrung verschiedener genetisch vernderter Produkte zu erleichtern und somit hhere Gewinne zu erzielen. Man wird ausgerechnet mit den wichtigsten Anbauprodukten indigener und lokaler Gemeinschaften der Lnder experimentieren, in denen das Projekt umgesetzt werden soll. Als mgliche Folge htten Bauerngemeinden und indigene Gemeinschaften keine Alternativen und mssten patentierte genetisch vernderte Samen verwenden, dafr bezahlen und wrden zunehmend abhngig von transnationalen Konzernen.

Mit dem am 11. Juli verabschiedeten Gesetz zur Frderung der Modernen Biotechnologie folgt Peru dieser Tendenz. Es ermglicht transnationalen Konzernen wie Monsanto, der 80 Prozent der Genprodukte weltweit beherrscht, die wissenschaftliche Forschung, Entwicklung und technologische Innovation mit dem Ziel, die Wettbewerbsfhigkeit, die wirtschaftliche Entwicklung und den Wohlstand der Bevlkerung zu steigern und gleichzeitig gesundheitliche Aspekte zu bercksichtigen und die Umwelt zu schtzen.

Luis Gomero, technischer Koordinator des Netzwerks fr Alternative Landwirtschaft RAAA (Red de Accin en Agricultura Alternativa) mit Sitz in Lima warnte vor der Ausbeutung der genetischen Ressourcen Perus durch das Gesetz. Peru biete keinen Markt fr Genprodukte, so Gomero, ist aber attraktiv fr die Forschung. Wir verfgen gerade einmal ber 4 Millionen Hektar, die fr intensive Landwirtschaft zur Verfgung stehen, was nicht ausreicht. Es besteht aber ein Potenzial fr die Gentechnik und diese transnationalen Konzerne werden Gene mit Sicherheit identifizieren und spter patentieren. Wir sind ein Land mit einer enormen biologischen Vielfalt und verfgen ber sehr viele genetische Ressourcen und ber die grte Samen- und Sporenbank der Welt. Das Gesetz wird unser Land zu einer Plattform fr genetische Experimente machen in der groe Unternehmen frei und ohne berwachung forschen knnen, ohne dass sie staatliche Gesetze, Gesetze zur biologischen Sicherheit und ethische Grundlagen bercksichtigen mssen, so Gomero.

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